Kostenlos und für jedermann: Das Robert Bosch Krankenhaus in Stuttgart bietet nun ein Aorten-Screening an. Die Ultraschalluntersuchung ist kostenlos und für alle erwachsenen Menschen möglich - egal welchen Geschlechts oder Alters. Das Screening-Programm ist Teil einer Studie, die herausfinden will, mit welcher Häufigkeit Erkrankungen der Hauptschlagader in der Bevölkerung in Stuttgart und Umgebung auftreten. Weiter soll geklärt werden, wie effektiv ein Aorten-Screening-Programm dabei ist.
Unterschätztes Risiko: Erkrankungen an der Aorta
Die Aorta ist die größte Schlagader des menschlichen Körpers. Ein Aneurysma an der Aorta bleibt oft unentdeckt, erklärt Nora Göbel, Herzchirurgin und Leiterin des Aortenzentrums: "Es ist so, dass die Aorten-Erkrankung wahrscheinlich zu den am meisten unterschätzten lebensbedrohlichen Erkrankungen gehören."
Die häufigsten Erkrankungen seien demnach Aneurysmen, also Erweiterungen oder Aussackungen der Hauptschlagader. Diese bergen das Risiko, dass die Aorta an dieser Stelle platzen oder reißen kann. "Man kann sich das bildlich vorstellen wie bei einem Luftballon: Je mehr man den aufpustet, desto dünner und zerbrechlicher wird die Wandung und irgendwann platzt das dann", sagt Göbel.
Wie funktioniert das Screening der Aorta?
Mit dem Ultraschall werden die Aneurysmen sichtbar. Durch die Früherkennung lassen sich laut Göbel lebensbedrohliche Komplikationen vermeiden. Bei der Untersuchung werden sowohl die Brustkorb- als auch die Bauch-Aorta untersucht. Mit der Studie soll die Früherkennung verbessert und die Zahl an akuten und lebensbedrohlichen Erkrankungen an der Aorta vermindert werden.
Bisher bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen lediglich die Untersuchung der Bauch-Aorta für Männer ab dem 65. Lebensjahr. Am Robert Bosch Krankenhaus geht man davon aus, dass das Screening aber auch für Frauen und jüngere Menschen sinnvoll sein kann. Die Studie dazu ist langfristig angelegt. Die Ergebnisse sollen zunächst nach fünf Jahren und dann nochmal nach zehn Jahren analysiert werden.
Die Aorten-Screenings finden jeden Mittwoch von 8 bis 16 Uhr statt. Teilnehmen kann man ab 18 Jahren. Das Ergebnis gibt es direkt nach der etwa zehnminütigen Untersuchung.