Die Börse Stuttgart hat Finanzbehörden dabei geholfen, einen möglichen Fall von Geldwäsche und Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Kryptowährungen aufzudecken. Verdächtigt werden zwei Männer und eine Frau. Der Frau wird vorgeworfen, sie habe nach dem Tod eines engen Verwandten den Finanzbehörden nicht mitgeteilt, dass sie die Kontrolle über dessen Kryptowährungen übernommen hatte. Auf diese Weise soll die Beschuldigte Erbschaftssteuer in erheblichem Umfang hinterzogen haben.
Reich geworden durch Kryptowährungen
"Der Verstorbene hatte überwiegend durch den Handel mit Kryptowerten ein erhebliches Vermögen aufgebaut", hieß es in einer Mitteilung mehrerer Behörden am Mittwoch. Die beiden weiteren Beschuldigten sollen die Frau bei der Hinterziehung der Erbschaftssteuer dadurch unterstützt haben, dass sie sich an der Verschleierung der Herkunft der genannten Kryptowerte beteiligten. Als Belohnung sollen die beiden Männer jeweils Kryptowerte in Millionenhöhe erhalten haben. Die Börse Stuttgart habe die Ermittlungsbehörden auf das Thema aufmerksam gemacht, indem sie ihnen einen Verdacht auf Geldwäsche meldete.
Kryptos im Wert von mehr 60 Millionen Euro
Um mögliche Beweise zu sichern, durchsuchten Ermittlerinnen und Ermittler am Dienstag mehrere Immobilien. Sie befinden sich den Angaben zufolge in den Landkreisen Freudenstadt, Ludwigsburg und Esslingen sowie in Frankfurt am Main. Dabei stellten die Einsatzkräfte sogenannte Kryptowährungs-Wallets im Wert von rund 64 Millionen Euro sicher. Dabei handelt es sich um eine Art Brieftasche, mit denen Eigentümer ihre Kryptowährung sicher aufbewahren wollen. Außerdem beschlagnahmten die Behörden mehrere Fahrzeuge und Motorräder, einige teure Uhren und Bargeld sowie zahlreiche elektronische Geräte, Speichermedien und Geschäftsunterlagen. Die Datenträger sollen nun ausgewertet werden.