Schon bei der Fahrt am Donnerstag auf der B10/B14 nach Stuttgart konnte man als Pendler stark ins Grübeln kommen: Wieviel darf man sich wohl beim Leuzeknoten von den in Aussicht gestellten Verbesserungen erwarten? Die Stadt hatte Anfang September versprochen, dass bis zu jenem Donnerstagabend, 18. September, "die umgebauten Spuren, Tunnel und Rampen schrittweise in den endgültigen Betrieb" gehen. Das ließ für das östliche Einfallstor des Autoverkehrs in die Landeshauptstadt hoffen: Seit 2013 wird dort gebaut. Und seither war in Stoßzeiten nicht die Frage, ob sich dort der Verkehr staut. Sondern nur, wie stark.
Leuzeknoten: Weiterhin etliche Spuren gesperrt
Tatsächlich wurden von Donnerstag auf Freitag nun einige der zahlreichen Barken entfernt. Und so staute es sich am Freitagmorgen wieder - wie auch das restliche Wochenende. Selbst ohne Pendlerverkehr am Sonntagmorgen kostete der Verkehrsknoten zwischen Neckar, Mineralbad Leuze und Rosensteinpark einem etliche Minuten. Einige Bauarbeiten sind noch immer nicht abgeschlossen, mehrere Spuren sind weiter gesperrt. Der Schilderwald ist groß, die Übersicht leidet mitunter. Immerhin: Die von der Stadt auf ihrem Instagram-Kanal versprochene "Endgültige Verkehrsführung am Leuzeknoten", die kann man nun tatsächlich sehen.
Das Instagram-Posting der Stadt Stuttgart zeigt auch, wie der Verkehr im Leuzeknoten künftig fließen soll (mit Fokus auf die Bundesstraßen B10 und B14).
Was einige User sogleich mit galligen Kommentaren bedachten: Zwölf Jahre Baustelle und eine halbe Milliarde Euro dafür, dass am Ende noch nicht mal ein kreuzungsfreier Knoten geschaffen wurde? Immerhin muss der Verkehr von Waiblingen und Esslingen kommend erstmal die Gegenspur kreuzen, wenn er stadteinwärts einschwenkt. Und dann folgt die nächste Ampel, wenn er mit dem Verkehr verschmelzen soll, der von Bad Cannstatt her über die König-Karls-Brücke kommt.
Stadt Stuttgart: Fertigstellung bis Frühjahr 2026
Sechs Jahre waren für den Umbau ursprünglich geplant, nun sind es bereits doppelt so viele. Und wann ist der Leuzeknoten nun wirklich fertig? Die Stadt erklärt: "Bis zur endgültigen Fertigstellung im Frühjahr 2026 folgen noch Bauarbeiten außerhalb der Tunnelröhren." Zudem soll nun die Feinjustierung des Verkehrs erfolgen, etwa was Ampelschaltungen angeht. Bis Mitte 2026 will die Stadt ein neues Verkehrsleitsystem einrichten und testen. Erst dann wird sich final zeigen, ob das teure Mammutprojekt den ober- und unterirdischen Verkehr tatsächlich spürbar verbessert.