Die Staatsanwaltschaft Stuttgart erhebt keine Anklage gegen einen Autofahrer, der im Juni 2024 in Nürtingen (Kreis Esslingen) in eine Menschengruppe gefahren ist. Bei dem Unfall waren eine 27 und eine 28 Jahre alte Frau gestorben. Knapp zwei Jahre danach bestätigt nun die Staatsanwaltschaft Stuttgart auf Nachfrage des SWR, dass die Ermittlungen ohne Anklage-Erhebung eingestellt worden sind. Zuerst hatte die Nürtinger Zeitung darüber berichtet.
Unfall Nürtingen: Staatsanwaltschaft sieht keinen hinreichenden Tatverdacht
Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart nun schreibt, hat sie das Verfahren bereits am 19. März eingestellt. Aus ihrer Sicht konnte ein "für eine Anklageerhebung erforderlicher hinreichender Tatverdacht nicht begründet werden". Demnach habe die Staatsanwaltschaft nicht ausschließen können, dass eine Erkrankung des Mannes am Steuer die Ursache für den Unfall gewesen sei.
Diese Erkrankung sei auch erst nach dem Unfall festgestellt worden, schreibt die Staatsanwaltschaft. Die Hinterbliebenen der beiden jungen Frauen, die beim Unfall getöteten wurden, haben gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Stuttgart Beschwerde eingelegt. Die Staatsanwaltschaft muss nun die Einstellung des Verfahrens prüfen.
Große Betroffenheit in Nürtingen nach dem Unfall
Der Unfall im Oktober 2024 hatte in Nürtingen eine große Betroffenheit ausgelöst. Viele Menschen bewegte damals, dass die zwei jungen Frauen deshalb sterben mussten, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren. "Jeder von uns stand schon einmal an dieser Ampel. Es hätte uns alle treffen können", sagte der Nürtinger Oberbürgermeister Johannes Fridrich (parteilos) im Juni 2024 dem SWR.