Bereits das zweite Unglück im selben Haus

Oppenweiler: Treppe in Haus eingestürzt - Rettungskräfte schwer verletzt

Beim Einsturz einer Treppe in einem Wohnhaus sind in Oppenweiler sechs Menschen teils schwer verletzt worden. Es ist bereits das zweite Unglück in diesem Haus.

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Von Autor/in Deborah Kölz, Fabian Ziehe

Eigentlich waren die Rettungskräfte am Dienstag wegen eines medizinischen Notfalls eines Bewohners zu dem Einfamilienhaus in Oppenweiler-Zell (Rems-Murr-Kreis) ausgerückt. Das Unglück ereignete sich, als die Helfer mit dem Patienten die Treppe vom Dach- ins Obergeschoss herunter stiegen: Das Treppenhaus brach ein. Dabei verletzten sich der Patient, eine Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und ein Feuerwehrmann schwer. Drei Feuerwehrleute erlitten zudem leichte Verletzungen, zwei weitere Personen einen Schock, so die Polizei. Der Einsturz hatte einen Großeinsatz mit über 70 Einsatzkräften zur Folge. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz.

Einsatzkräfte stehen nahe der Unglückstelle: Der Treppeneinsturz in Oppenweiler hatte einen Großeinsatz mit 70 Einsatzkräften zur Folge. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz.
Der Treppeneinsturz in Oppenweiler hatte einen Großeinsatz mit 70 Einsatzkräften zur Folge. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. picture alliance/dpa/onw-images | Alexander Wolf

Notfalleinsatz: Zunächst Transport per Drehleiter geplant

Laut Feuerwehr war vor dem Einsturz zunächst geplant gewesen, den erkrankten Bewohner per Leiter aus dem Gebäude zu bringen. Dafür habe die Feuerwehr eine Drehleiter nachalarmiert. Dann aber habe sich der Gesundheitszustand des Mannes verschlechtert. Nach Absprache mit dem Rettungsdienst habe man deshalb doch den Weg durch das Treppenhaus für den Transport des Patienten gewählt. Dieses gab dann unter der Last der Rettungskräfte nach.

Es war eine normale Holztreppe.

Warum das Treppenhaus einbrach, sei völlig unklar. Am Tag nach dem Vorfall sagte die Polizei, dass es sich bei der Treppe um eine gewöhnliche Holztreppe handele. "Es war eine normale Holztreppe, wie sie wahrscheinlich oft beim Innenausbau bei Einfamilienhäusern verwendet wird", sagte Robert Silbe, Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen dem SWR. Die Treppe sei auch nicht besonders alt oder augenscheinlich beschädigt gewesen. Die Ermittler müssten nun unter anderem klären, ob es dennoch Mängel an der Treppe gab und, wenn ja, woher diese kommen.

Wohnhaus nach Einsturz der Treppe kaum mehr bewohnbar

Einsturzgefährdet ist das Haus nun nicht, erklärte die Polizei. Allerdings ist es kaum bewohnbar, erklärt der Oppenweiler Bürgermeister Bernhard Bühler (parteilos) dem SWR. Das erste Stockwerk sei schwer erreichbar, das zweite praktisch gar nicht. Die Frau des verunglückten Bewohners sei deshalb bei Verwandten untergekommen. Für die Familie sei es ein erneuter schwerer Schicksalsschlag: Schon vor ein paar Jahren hat es in dem Haus gebrannt, bestätigt Bühler.

Die Feuerwehr im Einsatz am Unfallort: Ürsprünglich war die Feuerwehr ausgerückt, um den Rettungsdienst bei einem medizinischen Notfall zu Unterstützten. Dann kam es zu dem Einsturz der Treppe mit sechs Verletzten.
Die Feuerwehr im Einsatz am Unfallort: Ürsprünglich war die Feuerwehr ausgerückt, um den Rettungsdienst bei einem medizinischen Notfall zu Unterstützten. Dann kam es zu dem Einsturz der Treppe mit sechs Verletzten.

Der Bürgermeister zeigte sich tief erschüttert von dem Unglück: Er selbst war früher aktiv bei der Feuerwehr gewesen und kennt die Verletzten noch aus dieser Zeit. Einer der früheren Kameraden läge nun mit schweren Knochenbrüchen im Krankenhaus. Die anderen seien wieder zu Hause. Zum Gesundheitszustand der beiden anderen Schwerverletzten konnte er keine Aussage machen.

Psychologische Betreuung der Feuerwehrleute

Die Feuerwehrleute seien direkt nach dem Einsatz von Notfallseelsorgern psychologisch betreut worden. In ein paar Tagen soll es zudem eine weitere Nachbereitung des Einsatzes geben. Aktuell ist die Freiwillige Feuerwehr Oppenweiler abgemeldet, im Notfall würden die Wehren der Nachbarorte ausrücken. Denn durch das Unglück seien Feuerwehrleute aus dem Kernteam gerade nicht einsatzfähig, so Bühler.

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Deborah Kölz
Deborah Kölz ist Redakteurin im SWR Studio Stuttgart.
Fabian Ziehe
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