Eigentlich waren die Rettungskräfte am Dienstag wegen eines medizinischen Notfalls eines Bewohners zu dem Einfamilienhaus in Oppenweiler-Zell (Rems-Murr-Kreis) ausgerückt. Das Unglück ereignete sich, als die Helfer mit dem Patienten die Treppe vom Dach- ins Obergeschoss herunter stiegen: Das Treppenhaus brach ein. Dabei verletzten sich der Patient, eine Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und ein Feuerwehrmann schwer. Drei Feuerwehrleute erlitten zudem leichte Verletzungen, zwei weitere Personen einen Schock, so die Polizei. Der Einsturz hatte einen Großeinsatz mit über 70 Einsatzkräften zur Folge. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz.
Notfalleinsatz: Zunächst Transport per Drehleiter geplant
Laut Feuerwehr war vor dem Einsturz zunächst geplant gewesen, den erkrankten Bewohner per Leiter aus dem Gebäude zu bringen. Dafür habe die Feuerwehr eine Drehleiter nachalarmiert. Dann aber habe sich der Gesundheitszustand des Mannes verschlechtert. Nach Absprache mit dem Rettungsdienst habe man deshalb doch den Weg durch das Treppenhaus für den Transport des Patienten gewählt. Dieses gab dann unter der Last der Rettungskräfte nach.
Es war eine normale Holztreppe.
Warum das Treppenhaus einbrach, sei völlig unklar. Am Tag nach dem Vorfall sagte die Polizei, dass es sich bei der Treppe um eine gewöhnliche Holztreppe handele. "Es war eine normale Holztreppe, wie sie wahrscheinlich oft beim Innenausbau bei Einfamilienhäusern verwendet wird", sagte Robert Silbe, Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen dem SWR. Die Treppe sei auch nicht besonders alt oder augenscheinlich beschädigt gewesen. Die Ermittler müssten nun unter anderem klären, ob es dennoch Mängel an der Treppe gab und, wenn ja, woher diese kommen.
Wohnhaus nach Einsturz der Treppe kaum mehr bewohnbar
Einsturzgefährdet ist das Haus nun nicht, erklärte die Polizei. Allerdings ist es kaum bewohnbar, erklärt der Oppenweiler Bürgermeister Bernhard Bühler (parteilos) dem SWR. Das erste Stockwerk sei schwer erreichbar, das zweite praktisch gar nicht. Die Frau des verunglückten Bewohners sei deshalb bei Verwandten untergekommen. Für die Familie sei es ein erneuter schwerer Schicksalsschlag: Schon vor ein paar Jahren hat es in dem Haus gebrannt, bestätigt Bühler.
Der Bürgermeister zeigte sich tief erschüttert von dem Unglück: Er selbst war früher aktiv bei der Feuerwehr gewesen und kennt die Verletzten noch aus dieser Zeit. Einer der früheren Kameraden läge nun mit schweren Knochenbrüchen im Krankenhaus. Die anderen seien wieder zu Hause. Zum Gesundheitszustand der beiden anderen Schwerverletzten konnte er keine Aussage machen.
Psychologische Betreuung der Feuerwehrleute
Die Feuerwehrleute seien direkt nach dem Einsatz von Notfallseelsorgern psychologisch betreut worden. In ein paar Tagen soll es zudem eine weitere Nachbereitung des Einsatzes geben. Aktuell ist die Freiwillige Feuerwehr Oppenweiler abgemeldet, im Notfall würden die Wehren der Nachbarorte ausrücken. Denn durch das Unglück seien Feuerwehrleute aus dem Kernteam gerade nicht einsatzfähig, so Bühler.