Die Polizei hat eine 21-jährige Autofahrerin vorläufig festgenommen. Sie soll zwischen Oktober und Februar mehr als 100 Mal die erlaubte Geschwindigkeit überschritten haben. Das teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Frau sei mit einem Auto mit polnischem Kennzeichen unterwegs gewesen. Einer Streife der Motorradstaffel fiel am Freitag das Fahrzeug auf. Die Beamten kontrollierten daraufhin die Fahrerin.
Viele Tempoverstöße waren in Bußgeldstelle aufgefallen
Zuvor war die Stadt Stuttgart auf die Polizei zugegangen, weil den Mitarbeitenden die häufigen Geschwindigkeitsverstöße in der Bußgeldstelle aufgefallen waren. Polizeisprecherin Daniela Treude sagte dem SWR: "Die Stadt hatte uns explizit gebeten, nach dem Fahrzeug Ausschau zu halten."
Dass die Fahrerin erst Monate später ermittelt werden konnte, liegt laut Polizei daran, dass sie ein Auto mit polnischem Kennzeichen fuhr. Wie genau es zu der vorläufigen Festnahme kam, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.
Sie war in der ganzen Stadt unterwegs und hat die verschiedensten Blitzer kennengelernt.
Wie viel zu schnell die Fahrerin war, dazu machte die Stadtverwaltung auf Nachfrage am Mittwoch keine Angaben. Allerdings habe es sich um "erhebliche Verstöße" gehandelt, so Stadtsprecher Harald Knitter. Die Raserin wurde demnach auch nicht nur an der immer selben Stelle geblitzt, vielmehr sei sie in der ganzen Stadt an unterschiedlichen Stellen geblitzt worden. Der Stadtsprecher formulierte es so: "Sie hat die verschiedensten Blitzer kennengelernt."
Polizei Stuttgart: Sieben Monate Fahrverbot und 25 Punkte in Flensburg
Für die Ermittlerinnen und Ermittler steht mittlerweile fest, dass die Fahrerin die zahlreichen Tempovergehen begangen hat. Der Frau droht nun eine Geldbuße von rund 11.700 Euro. Zudem erhalte sie ein siebenmonatiges Fahrverbot sowie 25 Punkte in Flensburg. Dies ergebe sich aus der Summe der Verstöße, heißt es bei der Polizei weiter. Einen "Mengenrabatt" für Punkte in Flensburg gebe es nicht, so Stadtsprecher Knitter. Aber eine Ratenzahlung der Geldbuße wäre möglich.
Die Fahrerin befindet sich mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Laut Polizei könne man natürlich prüfen, ob sie charakterlich überhaupt geeignet sei, am Straßenverkehr weiterhin teilzunehmen. Laut Automobilclub ADAC handelt es um einen "Extremfall". Ab acht Punkten in Flensburg werde die Fahrerlaubnis entzogen und eine neue frühestens nach sechs Monaten erteilt. Voraussetzung sei eine bestandene medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU).