In Stuttgart hat am Donnerstag die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zusammen mit mehreren hundert angehenden Lehrkräften protestiert. Es ging darum, dass wieder tausende Referendarinnen und Referendare über die Sommerferien nicht bezahlt werden. Die Aktion fand unweit des Stuttgarter Landtags statt.
GEW: Versprechen wurden gebrochen
Versprechen wurden gebrochen - moniert die GEW. Etwa im Wahlkampf oder Anfang Juni bei einer Rede von Kultusminister Andreas Jung (CDU) bei einer GEW-Veranstaltung. Dabei hätten sich die laut GEW gut 4.000 Referendarinnen und Referendare in Baden-Württemberg Hoffnung machen können, dass ihre Sommerferien bezahlt würden.
Die grün-schwarze Landesregierung weigere sich aber weiter, die dafür notwendigen 11,5 Millionen Euro zu bezahlen. Der Kultusminister konnte nach SWR-Informationen weder Finanzminister Danyal Bayaz (Die Grünen) noch Ministerpräsident Cem Özdemir (Die Grünen) überzeugen. Sie halten andere Projekte für derzeit wichtiger.
Arbeitslose Junglehrer Widerstand gegen Sommerferien-Bezahlung von Referendaren: Kultusminister sucht nach Kompromissen
Sein Vorstoß zugunsten der angehenden Lehrkräfte kam bei den Spitzen von Grünen und CDU nicht gut an. Doch der neue Kultusminister Andreas Jung (CDU) will nicht aufgeben.
GEW: Gut qualifiziertes Personal zum Jobcenter geschickt
"Wer kennt einen Arbeitgeber, der seine Beschäftigten anderthalb Jahre arbeiten lässt und ihnen dann den Urlaubsanspruch verweigert?", fragt sich die GEW in einer entsprechenden Mitteilung. Gut qualifiziertes Personal würde in der kommenden Woche wieder zum Jobcenter geschickt.
Ab Schulstart hätten die meisten von ihnen eine Stelle an Schulen im Land und sollen dort einen fairen Umgang in der Gesellschaft lehren, während ihr Arbeitgeber ihnen selbigen verweigere, so die GEW weiter. Das Geld könnten die meisten brauchen, um etwa Umzüge oder ein neues Leben in einer neuen Stadt zu finanzieren, sagte die GEW-Vorsitzende Monika Stein dem SWR.