Digitaler Rundum-Blick von oben

QR-Codes am Heidengrabenturm: Keltisches Leben aus der Vogelperspektive entdecken

Das Heidengrabenzentrum ermöglicht Besuchern einen digitalen Panorama-Blick in die Vergangenheit. Über einen QR-Code-Link kann man die keltische Region am Heidengraben entdecken.

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Von Autor/in Maren Seehuber

Wer die circa 100 Stufen auf den Heidengrabenturm erklommen hat, blickt auf Wald und Felder. Dabei ist von den Spuren der Kelten wenig zu sehen. Mit dem neuen digitalen Panorama soll sich das nun ändern. Jetzt reicht der Blick über die Baumwipfel hinweg und bis in die Vergangenheit zu den Kelten. Einfach den QR-Code scannen und sich auf der digitalen Karte umsehen.

Mit dem QR-Code in die Vergangenheit zu den Kelten

Wer den QR-Code scannt kommt auf eine Webseite. Mit einer Drohne schwebt man dort 100 Meter in die Höhe und kann viel weiter sehen als vom Turm aus. In der Landschaft sind digitale Marker eingeblendet. Klickt man darauf, bekommt man zum Beispiel Details zu den Gemeinden angezeigt. Spannend wird es, wenn man auf die historische Ansicht wechselt. Dann sieht man wie das Land vor rund 2.500 Jahren ausgesehen hat und wo vielleicht eine keltische Siedlung gestanden haben könnte. Themenmarker geben Informationen vom keltischen Holz- und Hausbau, über Handel, die Metropole bis zum Münzwesen. Hier ein Beispiel:

Blick Richtung Erkenbrechtsweiler heute

Virtueller Panoramablick vom Heidengrabenturm, mit Markern in der Landschaft wie z.B. Erkenbrechtsweiler
Virtueller Panoramablick vom Heidengrabenturm, wie es heutzutage aussieht. Maren Seehuber

Blick Richtung Erkenbrechtsweiler zur Keltenzeit

Virtueller Panoramablick vom Heidengrabenturm, mit Markern in der Landschaft wie z.B. "keltische Speisekammer"
Virtueller Panoramablick vom Heidengrabenturm, wie es zu Keltenzeiten ausgesehen haben könnte. Maren Seehuber

Dreht man das Handy in eine andere Richtung, schwenkt auch die virtuelle Karte mit. So kann man sich auf dem Turm und auch auf der virtuellen Karte orientieren. Wer den Heidengrabenturm nicht besteigen möchte, kann den QR Code auch an der Hinweistafel am Fuße des Turms scannen.

Panoramablick soll "das Unsichtbare sichtbar machen"

Den Heidengrabenturm gibt es schon seit 2024. Ein Aussichtsturm ist er eigentlich nicht, sondern ein "Draufsichtsturm", erklärt die Historikerin Tanja Breitenbücher. Von ihm sollte man nicht in die Ferne, sondern auf die Region der Kelten unmittelbar drumherum blicken. Für Laien war nicht viel zu erkennen, deshalb kam die Idee zur Visualisierung. Der Leitsatz lautete "Das Unsichtbare sichtbar machen", denn der Heidengraben ist kein Pompeji oder Archäopark, so Breitenbücher.

Ich bin mir sicher, in einem Jahr kommen noch mehr Landschaftsmarker dazu und wir haben bestimmt noch viele Ideen, wie wir es auch noch weiterentwickeln können.

Aussichtsturm am Heidengraben
Die QR-Codes sind am Geländer oben am Turm zu finden und auch auf der Infotafel vor dem Turm. Den Link kann man sich auch abspeichern, um auch zu Hause noch in Ruhe die Infotexte lesen zu können. Maren Seehuber

Für das digitale Panorama ist der Zweckverband Region am Heidengraben und der Förderverein Erlebnisfeld Heidengraben e.V. in die Vorfinanzierung gegangen. Sponsoren werden weiterhin gesucht. Die Programmierung und das Design haben insgesamt 18.000 Euro gekostet.

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Maren Seehuber
Maren Seehuber ist Reporterin für Hörfunk und Online beim SWR im Studio Tübingen.