Wie überall in Deutschland geht auch in der Region Stuttgart die CDU als Gewinnerin der Wahl hervor. In einigen Wahlkreisen konnte die AfD hinzugewinnen. Die SPD sowie die FDP und auch die Grünen müssen teils große Verluste hinnehmen. So hat die Region gewählt:
Insgesamt gibt es acht Wahlkreise in der Region - bei sieben davon werden die jeweiligen Gewinnerinnen und Gewinner in den Bundestag einziehen. Maximilian Mörseburg vom Wahlkreis Stuttgart II verpasst den Einzug in den Bundestag trotz klarem Sieg allerdings. Der CDU-Kandidat hat mit 30,4 Prozent der Stimmen den Wahlkreis zwar klar gewonnen, durch die Wahlrechtsreform kommt er trotzdem nicht erneut in den Bundestag. Da auch über die Landesliste kein Kandidat in den Bundestag einziehen wird, wird der Wahlkreis im kommenden Bundestag nicht mehr vertreten sein.
Deutschlandweit werden 23 Direktkandidaten, die ihren Wahlkreis gewonnen haben, nicht in den Bundestag einziehen. Welche Kandidaten ihre Wahlkreise künftig voraussichtlich in Berlin vertreten dürfen und welche nicht, zeigt die Grafik:
Die Stadt Stuttgart betont allerdings auch, es könne noch leichte Veränderungen
geben, wenn das amtliche Endergebnis vorliegt. Der Kreiswahlausschuss stellt die endgültigen Zahlen erst am Dienstagnachmittag fest.
11 Kandidierende über Landeslisten im Bundestag
Durch das neue Wahlrecht schaffen es zwar nicht alle Wahlkreis-Gewinnerinnen und -Gewinner in den Bundestag. Über die Landeslisten konnten aber Kandidatinnen und Kandidaten in den Bundestag einziehen, die ihren Wahlkreis nicht gewonnen haben. In der Region Stuttgart schaffen es so elf Kandidierende zusätzlich in den nächsten Bundestag.
Für den Wahlkreis Stuttgart I wird so Linken-Politiker Luigi Pantisano in den Bundestag einziehen. Für den Wahlkreis Böblingen Markus Frohnmaier von der AfD und Jasmina Hoster von der SPD. In Esslingen wird neben dem Wahlkreis-Gewinner der CDU auch Sebastian Schäfer von den Grünen in den Bundestag einziehen. In Nürtingen Matthias Gastel (die Grüne) und SPD-Politiker Nils Schmid. Für den Wahlkreis Göppingen geht Hans-Jürgen Goßner (AfD) nach Berlin. Für Ludwigsburg Sandra Detzer (Grüne), Martin Hess (AfD) und Macit Karaahmetoğlu (SPD). Für den Wahlkreis Waiblingen wird zusätzlich Lars Haise von der AfD in den Bundestag einziehen.
Stuttgart I und Stuttgart II
Im Stadtgebiet Stuttgart ist die CDU im Gesamtergebnis die Siegerin (29,3 Prozent), gefolgt von den Grünen (25,1 Prozent) und der SPD (15,8 Prozent). Die AfD kommt auf 11,3 Prozent, die Linke auf 8,9 Prozent und die FDP auf 5,0 Prozent. Sonstige Parteien und Wählervereinigungen haben gesamt 4,7 Prozent. Wahlberechtigt waren 363.826 Stuttgarterinnen und Stuttgarter, die Wahlbeteiligung lag bei 82,9 Prozent. Die größten Verluste machten die Grünen mit 7,4 Prozent und die FDP mit 5,8 Prozent bei den Erststimmen, bei den Zweitstimmen hat die FDP mit 9,4 Prozent die deutlichsten Verluste, gefolgt von der SPD mit minus 5,5 Prozent.
Guckt man sich die beiden Wahlkreise einzeln an, so ergibt sich für die Kandidatinnen der CDU und der Grünen in Stuttgart I, Elisabeth Schick-Ebert und Simone Fischer, das exakt gleiche Ergebnis von 28,3 Prozent. Für die Grünen sind das hier minus 11,6 Prozent. Simone Fischer erhielt aber 16 Stimmen mehr als Schick-Ebert und gewinnt damit knapp den Wahlkreis für sich. 2021 hatte Cem Özdemir als Grünen-Kandidat mit sehr deutlichem Vorsprung das Direktmandat geholt. Lucia Schanbacher von der SPD kommt auf 15,7 Prozent, Judith Skudelny von der FDP, gleichzeitig auch Platz 1 der Landesliste, auf 5,8 Prozent, Luigi Pantisano von der Linken auf 8,8 Prozent. AfD-Kandidat Steffen Degler kann 8,6 Prozent auf sich vereinen, Juliane Unbereit von Volt 2,1 Prozent.
Im Wahlkreis Stuttgart II gewinnt Maximilian Mörseburg von der CDU deutlich mit 30,4 Prozent, verpasst aber trotzdem den erneuten Einzug in den Bundestag. Anna Christmann von den Grünen kommt auf 21,3 Prozent, SPD-Kandidat Dietmar Bulat auf 15,9 Prozent, Michael Mayer von der AfD auf 14,6 Prozent, Linke-Kandidatin Aynur Karlikli auf 9,0 Prozent, Mark Wieczorrek von der FDP auf 4,2 Prozent. Sonstige haben 4,7 Prozent.
Elisabeth Schick-Ebert, CDU-Kandidatin im Wahlkreis Stuttgart I, zeigte sich am Wahlabend erleichtert: "Die CDU geht klar als stärkste Partei über die Ziellinie. Wir hätten uns vielleicht ein bisschen mehr gewünscht, aber wir haben klar den Regierungsauftrag. Der Wahlkampf hat sich ausgezahlt."
"Wir Grünen sind ja die Partei der Ampel-Regierung, die sich noch am stabilsten gehalten hat. Ich denke, damit kann man ganz zufrieden sein", sagte Anna Christmann (Grüne), Wahlkreis Stuttgart II - wenn auch gleichzeitig sichtlich enttäuscht über das nun schlechtere Abschneiden der Grünen.
SWR Wahlergebnisportal Bundestagswahl 2025 - Ergebnisse der Wahlkreise in Baden-Württemberg
So hat mein Wahlkreis bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 gewählt.
"Das war jetzt keine große Überraschung, das Ergebnis, sondern leider erwartbar", sagte Lucia Schanbacher, SPD-Kandidatin im Wahlkreis Stuttgart I. "Wenn man in den letzten Wochen von 7:30 Uhr bis nach 22 Uhr abends auf dem Podium saß, denkt man jetzt schon: Aber warum?! Da bricht es aus einem raus. Aber trotzdem: Ich wusste ja, wie der Bundes-Trend aussieht."
Und was hat der SPD gerade im Vergleich zur Linken gefehlt? Die Linke sei viel stärker in Social Media gewesen und auch viel mutiger, entsprechend hätte sie gerade bei jüngeren Zielgruppen "abgesahnt". "Vielleicht hätten wir da viel früher und viel stärker drauf setzen sollen", so Schanbacher.
Es sei ein Wahlkampf gewesen, der die Gesellschaft gespalten habe, so Judith Skudelny, BW-Spitzenkandidatin und Direktkandidatin der FDP im Wahlkreis Stuttgart I, auf der Wahlparty der FDP in Stuttgart. "Mich hat nicht nur die Zahl der Linken erschrocken, sondern auch die der Rechten. Das heißt, wir haben rund 30 Prozent Menschen, die radikale Parteien wählen. Die Mitte ist unter Druck geraten, und das besorgt mich als Demokrat."
"Luigi"-Rufe in Bad Cannstatt, Jubel, ausgelassene Freude und hohe Tanz-Motivation hingegen am Abend bei der Linken. Wie überall im Land freut sich auch die Linke in Stuttgart sehr - ihre Partei wird wieder im Bundestag vertreten sein. Und nicht nur das: Das Ergebnis der Linken in Stuttgart ist mit fast 11 Prozent der Zweitstimmen besser als das im Land und im Bund. "Ich freue mich sehr!", sagte Luigi Pantisano, der über die Landesliste in den Bundestag einziehen wird. Er profitiert von dem neuen Wahlrecht. Was macht den Erfolg seiner Meinung nach aus? Die Linke hätte einen starken Haustür-Wahlkampf gemacht, dabei den Menschen zugehört und sie ernst genommen, so Pantisano. Dann der starke Online-Wahlkampf der Bundes-Spitzenkandidatin Heidi Reichinnek. Und drittens, dass man sich in der Migrationsdebatte deutlich positioniert habe.
Wahlkreis Böblingen
Im Wahlkreis Böblingen geht die CDU als klare Siegerin mit hohem Vorsprung hervor, sowohl bei den Erst- als auch den Zweitstimmen (über 30 Prozent, bei den Erststimmen 37,35 Prozent). CDU-Kandidat Marc Biadacz bleibt damit im Bundestag. Zweitstärkste Partei ist die AfD mit über 17 Prozent; ihr Kandidat Markus Frohnmaier, Co-Vositzender der Landes-AfD, kommt auf 17,11 Prozent. SPD und Grüne sind bei den Zweitstimmen mit um die 14 Prozent fast gleichauf, bei den Erststimmen hat SPD-Kandidatin Jasmina Hostert mit 16,8 Prozent die Nase vorn. Grünen-Kandidat Tobias Bacherle kommt auf 13,46 Prozent. FDP-Kandidat Florian Toncar kommt bei den Wählerinnen und Wählern auf 6,11 Prozent, Thomas Walz von der Linken bekommt 4,88 Prozent der Erststimmen. Die größten Verluste musste sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen die FDP hinnehmen. Wahlberechtigt waren im Wahlkreis Böblingen 243.100 Menschen. Die Wahlbeteiligung lag bei 84,3 Prozent.
Wahlkreis Göppingen
Ein ähnliches Verhältnis gibt es auch im Wahlkreis Göppingen. Als Direktkandidat hat damit Hermann Klaus Färber von der CDU klar die Nase vorn (37,11 Prozent) und wird seinen Wahlkreis künftig zum ersten Mal in Berlin vertreten. Es folgt Hans-Jürgen Goßner von der AfD (22,61 Prozent). An dritter Stelle konnte SPD-Kandidatin Franziska Blessing am meisten Erststimmen auf sich vereinen (16,98 Prozent). Es folgt etwas abgeschlagen mit 9,28 Prozent Grünen-Kandidat Moritz Franz-Gerstein. Sabine Schapke von der Linken hat mit 4,77 Prozent knapp ein paar Stimmen mehr als FDP-Kandidatin Anna Ortwein (4,09 Prozent). Andreas Cerrotta von den Freien Wählern kommt noch auf 3,12 Prozent. Am meisten hinzugewonnen hat die AfD (plus 10,81 Prozent), am meisten verloren die FDP (minus 8,21 Prozent). Die CDU hat mit plus 6,1 Prozent fast so viel hinzugewonnen wie die SPD verloren hat (minus 6,77 Prozent). Im Wahlkreis Göppingen waren zur diesjährigen Bundestagswahl 174.712 Menschen wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 82,35 Prozent.
Wahlkreis Waiblingen
Im Wahlkreis Waiblingen waren 219.692 Menschen wahlberechtigt. Hier lag die Wahlbeteiligung bei 84,2 Prozent. Im Wahlkreis 264 Waiblingen verliert die SPD stark (-6,9 Prozentpunkte) und erzielt 14,7 Prozent der gültigen Stimmen. Die CDU erreicht 33,3 Prozent und gewinnt stark (+7,6 Prozentpunkte). CDU-Kandidatin Christina Stumpp bleibt somit im Bundestag. Die Grünen erzielen 12,8 Prozent und verlieren leicht (-2,7 Prozentpunkte). Die FDP verliert stark (-11,0 Prozentpunkte) und kommt auf 6,8 Prozent. Die AfD erreicht 18,6 Prozent und gewinnt stark (+9,7 Prozentpunkte). Die Linke erzielt 5,8 Prozent und gewinnt deutlich (+3,0 Prozentpunkte). Das BSW bekommt 3,8 Prozent. Bei den Erststimmen hat Christina Stumpp von der CDU die Nase vorn (37,7 Prozent). Sie ist auch stellvertretende Generalsekretärin ihrer Partei. Auch in Waiblingen ist der AfD-Kandidat auf Platz 2, nämlich Lars Haise mit 18,1 Prozent, auf Platz 3 ist Urs Abelein von der SPD mit 17,2 Prozent. Grünen-Kandidatin Sarah Heim bekommt 12,4 Prozent, Stephan Seiter von der FDP auf 5,7 Prozent und Ayra Emin von der Linken auf 5,3 Prozent.
Wahlkreis Ludwigsburg
Im Wahlkreis Ludwigsburg verliert die SPD stark (-6,7 Prozentpunkte) und erzielt 15,1 Prozent der gültigen Stimmen. Die CDU erreicht 32,0 Prozent und gewinnt stark (+7,3 Prozentpunkte). CDU-Kandidat Steffen Bilger schafft damit den Einzug in den Bundestag. Die Grünen erzielen 14,9 Prozent und verlieren deutlich (-3,5 Prozentpunkte). Die FDP verliert stark (-9,8 Prozentpunkte) und kommt auf 6,4 Prozent. Die AfD erreicht 16,9 Prozent und gewinnt stark (+8,5 Prozentpunkte). Die Linke erzielt 6,9 Prozent und gewinnt deutlich (+3,8 Prozentpunkte). Das BSW kommt auf 4,0 Prozent. Klar gewonnen hat damit CDU-Kandidat Steffen Bilger mit 36,5 Prozent. Mit großem Abstand folgt AfD-Kandidat Martin Hess, der auch stellvertretender Landesvorsitzender der Landes-AfD ist, mit 16,9 Prozent, dann mit 16,0 Prozent Sandra Detzer von den Grünen und Macit Karaahmetoğlu von der SPD (15,2 Prozent). Linke-Kandidatin Nadja Schmidt kommt auf 6,2 Prozent, fOliver Martin von der FDP auf 5,1 Prozent, und Shiraz Bhatti von den Freien Wählern noch auf 1,8 Prozent. 212.479 Menschen waren wahlberechtigt, die Wahlbeteiligung lag bei 84,5 Prozent.
Wahlkreis Esslingen
Im Wahlkreis Esslingen verliert die SPD fast genauso viel (minus 7,3 Prozentpunkte) wie die CDU hinzugewinnt (plus 7,2 Prozentpunkte). Die CDU kommt damit auf 32,5 Prozent. CDU-Kandidat David Preisendanz wird damit zum ersten Mal in den Bundestag einziehen. Die AfD wird mit 16,1 Prozent zweitstärkste Partei ( plus 8,6 Prozentpunkte) , die SPD kommt auf 15,5 Prozent, die Grünen auf 15,0 Prozent und verlieren deutlich (minus 3,2 Prozentpunkte). Die FDP verliert stark (minus 10,2 Prozentpunkte) und kommt auf 5,7 Prozent. Die Linke erzielt 7,2 Prozent und gewinnt deutlich (plus 4,1 Prozentpunkte). Das BSW bekommt 3,9 Prozent. Als Direktkandidat hat David Preisendanz von der CDU die Nase vorn (37,0 Prozent), gefolgt von der SPD-Kandidatin Argyri Paraschaki-Schauer (16,2 Prozent). Danach kommt Stefan Andreas Wischniowski von der AfD mit 15,7 Prozent, gefolgt von Sebastian Schäfer von den Grünen mit 15,5 Prozent. Martin Helmut Auerbach von der Linken kommt auf 6,6 Prozent, Laura Hahn von der FDP auf 4,3 Prozent, Rafael Robert Gawenda von den Freien Wählern auf 2,5 Prozent. 165.367 Menschen waren wahlberechtigt, die Wahlbeteiligung lag bei 84,3 Prozent.
Wahlkreis Nürtingen
Im Wahlkreis Nürtingen gewint ebenfalls die CDU deutlich. Sie erreicht 33,7 Prozent und gewinnt stark (plus 7,7 Prozentpunkte). Matthias Hiller von der CDU wird den Wahlkreis künftig erstmals in Berlin vertreten. Die SPD verliert stark (minus 6,5 Prozentpunkte) und erzielt 14,1 Prozent der gültigen Stimmen. Die Grünen erzielen 13,6 Prozent und verlieren deutlich (minus 3,3 Prozentpunkte). Die FDP verliert stark (minus 10,8 Prozentpunkte) und kommt auf 6,7 Prozent. Die AfD erreicht 18,0 Prozent und gewinnt stark (plus 9,3 Prozentpunkte). Die Linke erzielt 5,8 Prozent und gewinnt deutlich ( plus 3,1 Prozentpunkte). Das BSW kommt auf 3,7 Prozent. Bei den Erststimmen heißt das klarer Sieg für CDU-Kandidat Matthias Hiller. Gefolgt von Christof Helmut Deutscher von der AfD mit 17,8 Prozent. Nils Schmid von der SPD und Ex-Finanzminister kommt auf 16,4 Prozent, Matthias Gastel von den Grünen auf 14,4 Prozent. FDP-Kandidatin Renata Alt erringt 5,3 Prozent, Clara Meier von der Linken 5,4 Prozent. Sebastian Zeberle von den Freien Wählern holt 3,0 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 85,1 Prozent, 203.453 Menschen waren hier wahlberechtigt.
Wie haben die einzelnen Wahlkreise abgestimmt? Alle Zahlen auf einen Blick:
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CDU/CSU haben die Wahl vor der AfD gewonnen. Die FDP wird aus dem Bundestag gewählt - es gibt erste Rücktritte. Wahlergebnisse, Reaktionen und Analysen im Ticker.