Das Stuttgarter Königin-Katharina-Stift Gymnasium ist am Samstag aus allen Nähten geplatzt. Zum deutschlandweiten Robotik-Wettbewerb sind nicht nur 21 Teams angetreten, auch die Zuschauerränge in der Turnhalle waren voll besetzt. Beim Wettkampf ging es darum, welcher Roboter der beste ist. Die Teams konnten aber auch Preise in Einzelkategorien gewinnen. Eingeladen hatte Werner Fick, der im vergangenen Jahr zu Deutschlands bestem Lehrer gekürt wurde.
Roboter-Wettbewerb wird immer beliebter
Die 21 Teams hatten am frühen Samstagmorgen ihre Quartiere in der Schule nahe des Stuttgarter Hauptbahnhofs aufgeschlagen. Beim Wettbewerb wird englisch gesprochen. Das liegt auch daran, dass Mannschaften dabei sind, die in Schulen im US-Militärstützpunkt in Ramstein bei Kaiserslautern gehen. Der Wettbewerb erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Im vergangenen Jahr hatten noch 13 Mannschaften teilgenommen, sagte Organisator Werner Fick.
Monatelang hatten die Teams für den Wettbewerb an ihren Robotern gebastelt. Doch worum geht es eigentlich? Beim Wettkampf selbst müssen die Roboter in einer gewissen Zeit möglichst viele Bälle in eine abgesteckte Zone werfen. Welchem Roboter gelingt es am besten, die Bälle aufzusammeln, sich zu positionieren und das Ziel zu treffen?
Die Enten: Vier Neuntklässlerinnen aus Stuttgart mit viel Leidenschaft
Eines der Teams, das seine Ursprünge auch in Herr Ficks Robotik-AG hat, sind die Enten. Ihr Teamname lautet "Keep Keen Show Tech" (KKST). Die Abkürzung ist an das Königin-Katharina-Stift angelehnt. Den Neuntklässlerinnen macht das Projekt Spaß. Schülerin Tilda etwa gefällt das Programmieren, erzählte sie dem SWR. Leonie mag es, Roboter zu steuern.
Ihr Lehrer und Mentor Werner Fick hat mit seiner AG eine Art Talentschmiede gegründet. Seine Zöglinge landen später häufig in technischen Berufen. "Viele davon studieren Physik, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Ingenieurwesen, Informatik." Außerdem würden sich viele auch nach dem Abitur noch in der Szene engagieren und etwa bei Wettbewerben als Schiedsrichter oder Juroren mithelfen.
Jury nimmt die Teams und ihre Roboter in die Mangel
Zur Aufgabe der Juroren gehörte es, die Teams beim Wettkampf in Stuttgart zu interviewen. Dabei mussten die Schülerinnen und Schüler erklären, wieso sie ihre Roboter auf genau diese spezielle Art und Weise gebaut und programmiert haben. Neben Punkten wie der Kreativität und Technik geht es auch um den sozialen Bereich: wer übernimmt welche Aufgaben, wer koordiniert und wer geht voran. Es werden auch Sonderpreise etwa für das Thema "Inspiration" verliehen.
Hier wird auch klar, worum es Organisator und Lehrer Werner Fick mit dem Projekt überhaupt geht. Die Schülerinnen und Schüler sollen auf das Leben vorbereitet werden. Im Grunde lernen sie Projektmanagement, Basteln, Programmieren und Teamwork - während sie jede Menge Spaß dabei haben, an den Robotern zu schrauben.
Frösche aus Stuttgart holen den Turniersieg
Doch wie ging das Turnier aus? Die Enten sind über die Matches hinweg immer besser zurechtgekommen. Am Ende war im Halbfinale aber Schluss. Ein anderes Team des Stuttgarter Gymnasiums, die Robotic Tech Frox, holten den Turniersieg - alle Resultate gibt es hier. Die vier Enten sind aber mental schon beim nächsten Wettbewerb: Kommendes Wochenende fahren die sie nach Den Haag.