Kleiner Kohl mit viel Power

Rosenkohl: Unterschätztes Supergemüse aus der Region Stuttgart?

Auf den Fildern und im Remstal wächst saisonal der Rosenkohl. Für die einen ein Genuss, für die anderen eine bittere Beilage auf dem Teller. In jedem Fall: Der Kohl hat es in sich.

Teilen

Stand

Von Autor/in Anna Knake, Christoph Ulmer

Der Tau liegt noch auf den kleinen Rosenkohlröschen, wenn Landwirt Thomas Raff morgens mit seinem Traktor aufs Feld in Filderstadt-Bernhausen (Landkreis Esslingen) fährt. Mit einer "Abböbbela-Maschine", so nennt Raff die Sonderanfertigung, trennt er die Röschen vom kräftigen Stiel. Auf rund 30 Hektar baut er im Vergleich zu anderen Landwirten eher wenig davon an. Allerdings lassen einige Kollegen mittlerweile auch ganz die Finger vom Rosenkohl: 2012 haben noch rund 300 Betriebe den Kohl angebaut, im vergangenen Jahr waren es nur noch 250. Grund dafür ist unter anderem die weiße Fliege, ein Schädling.

Der Landwirt Thomas Raff trennt mit einer speziellen Maschine die Rosenkohlröschen von ihrem Stiel. Er baut Rosenkohl in der Region Stuttgart an.
Thomas Raff trennt die Rosenkohlröschen mit einer speziellen Maschine vom Stiel.

Warum ist Rosenkohl gesund?

Auf dem Wochenmarkt scheint das Wintergemüse aber gefragt zu sein. Viele wissen: Rosenkohl ist sehr gesund. "Er enthält mehr Protein als andere Gemüsesorten und auch mehr Ballaststoffe", erklärt Monika Müller, Leiterin der Diätschule am Marienhospital Stuttgart. "Dadurch fördert Rosenkohl die Verdauung und verbessert die Darmflora." Außerdem enthält er zum Beispiel Vitamin C, verschiedene B-Vitamine, Folsäure für die Zellen, Zink für Haare und Haut, Eisen und Kalium.

Klein und lecker Rosenkohl – das saisonale Supergemüse

Rosenkohl zählt zu den nährstoffreichsten Gemüsesorten und überzeugt durch eine beeindruckende Kombination aus Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Das können die grünen Röschen für Ihre Gesundheit tun!

Kaffee oder Tee SWR

Warum kann Rosenkohl bitter schmecken?

Monika Müller weiß aber auch, warum viele Menschen beim kleinen Kohl das Gesicht verziehen: "Rosenkohl enthält sekundäre Pflanzenstoffe, die sind sehr gesund, machen ihn aber bitter." Hier gibt es aber einen Trick, denn beim Rosenkohl gilt: Je weicher er gekocht wird, desto bitterer wird er. Gebraten oder gegrillt schmeckt das Wintergemüse also gleich weniger bitter.

Zwei Kisten voll mit Rosenkohlröschen, die noch an ihrem Stiel ist.
Einige Rosenkohlpflanzen bleiben auf Thomas Raffs Hof ganz.

Supergemüse frisch vom Feld

Nicht jede Rosenkohlpflanze steckt Thomas Raff in seine "Abböbbela-Maschine". Einige lässt er ganz und bringt sie in den Hofladen. Denn sein Tipp ist, den Rosenkohl noch am Stiel kaufen. So könne man ihn im Winter in einem Glas Wasser auf dem Balkon lagern und sich die Röschen nach Bedarf abschneiden.

Gundelfingen

Biodiversität in der Landwirtschaft Wieso auf dem Acker eines Landwirts Blümchen statt Maiskolben wachsen

Den Mais hat Landwirt Christoph Blattmann in Gundelfingen durch Schafgarbe und Hasenpfotenklee ausgetauscht. Das macht er aber nicht nur aus Überzeugung, sondern auch weil er damit mehr verdienen kann.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW