Staatsanwaltschaft: Motiv war Eifersucht

Mord an Sprachlehrerin aus Nürtingen: Anklage gegen 37-jährigen Partner

Im Oktober soll ein 37-jähriger Iraner aus Oberboihingen eine 66-jährige Sprachlehrerin aus Nürtingen getötet haben. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat nun Anklage wegen Mordes erhoben.

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Stand

Von Autor/in Fabian Ziehe

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Mord-Anklage gegen einen 37-jährigen Mann erhoben. Der Iraner soll Mitte Oktober aus Eifersucht eine 66 Jahre alte Frau getötet haben. Die zwei kannten sich von einem Sprachkurs für Asylbewerber in Nürtingen (Kreis Esslingen), den die Frau als ehrenamtlich Lehrerin leitete. Der Staatsanwaltschaft zufolge sollen die zwei eine intime Beziehung geführt haben. Der Angeklagte soll allerdings nach einiger Zeit eine Eifersucht entwickelt haben. Daher habe er der Partnerin den Kontakt zu anderen Männern verbieten wollen. Am Tatabend soll es deshalb zu einem Streit gekommen sein, in dessen Folge der Angeklagte die Frau getötet haben soll. Fachleute sprechen bei solchen Taten von einem Femizid.

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Leiche der Sprachlehrerin im Neckar bei Nürtingen entdeckt

Im Anschluss soll der Angeklagte den Leichnam der Frau in ein Bettlaken gewickelt und in den Neckar geworfen haben, um seine Tat zu verbergen. Die Polizei hatte die Leiche der Frau im Fluss bei Nürtingen entdeckt. Die für den Fall eingerichtete Soko Ufer konnte nach kurzer Zeit das Auto der Verstorbenen im Nachbarort Oberboihingen sicherstellen. Dort lebte der Tatverdächtige zum Tatzeitpunkt in einer Geflüchtetenunterkunft. Durch Ermittlungen im persönlichen Umfeld des 66-jährigen Opfers war die Polizei auf die Spur des Tatverdächtigen gekommen. Der Mann wurde fünf Tage nach der Tat in der Flüchtlingsunterkunft festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Oberbürgermeister warnten nach der Tat vor Hass und Hetze

Der Fall der getöteten 66-Jährigen hatte in Nürtingen und Oberboihingen für Unruhe gesorgt. Die getötete Frau sei bekannt und sehr geschätzt gewesen, hatte der Oberboihinger Bürgermeister Ulrich Spangenberg (parteilos) dem SWR berichtet. Entsprechend groß seien die Trauer und das Entsetzen vor Ort gewesen. Der mutmaßliche Täter habe versucht, sich zu integrieren. Er galt als besonders freundlich, schnell lernend und hilfsbereit. Entsprechend warnte Spangenberg nach der Festnahme des Tatverdächtigen vor voreiligen Schlüssen. Auch der Oberbürgermeister von Nürtingen, Johannes Fridrich (parteilos), hatte vor Hass und Hetze in Reaktion auf das Verbrechen gewarnt. Nach der Tat hatte es Fälle von Falschbehauptungen in sozialen Netzwerken gegeben.

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