Seit Jahren wird im Kreis Ludwigsburg eine Stadtbahn geplant: der Ludwigsburger City-Express, kurz LUCIE. In Zeiten knapper kommunaler Kassen ist aber ungewiss, ob das Projekt realisierbar ist, weil die Stadtbahn viel Geld kostet. Der Kreis Ludwigsburg will an den ursprünglichen Plänen und Trassen festhalten, doch die Stadt Ludwigsburg will eine abgespeckte Variante mit Bussen statt Bahnstrecke und einen späteren Ausbau. Diesen Plan will sie an diesem Mittwoch dem Gemeinderat präsentieren.
LUCIE soll nicht nur in Ludwigsburg den öffentlichen Nahverkehr ergänzen, sondern dann auch Verbindungen in den Landkreis schaffen. Lohnen würde sich das Stadtbahn-Projekt. Das hat ein Gutachten im Auftrag der Kreisverwaltung ergeben. Es wurde den Projektpartnern und Gemeinderatsmitgliedern am Samstag vorgestellt.
Stadt Ludwigsburg: Bus-Route statt Stadtbahn LUCIE
Die Hauptstrecke soll zwischen Markgröningen (Kreis Ludwigsburg) und dem Ludwigsburger Bahnhof verlaufen. Es sind aber auch noch andere Trassen geplant, zum Beispiel Richtung Pattonville (Kreis Ludwigsburg). Jetzt hat die Stadtverwaltung Ludwigsburg vorgeschlagen, statt LUCIE einen Bus-Shuttle einzusetzen.
Damit stünde die Stadt Ludwigsburg als größter Projektpartner im Landkreis vor dem Absprung beim wichtigsten Bauteil des Vorhabens. In einer Beschlussvorlage spricht sich die Stadtverwaltung dagegen aus, dass eine Straßenbahn durch Ludwigsburg führen soll. Stattdessen soll ein Bus-Shuttle zwischen dem Bahnhof Ludwigsburg, der Innenstadt und dem Blühenden Barock als Vorzeigeprojekt eingerichtet werden. Außerdem will sich die Stadt dafür einsetzen, dass die Gleise zwischen Markgröningen und Ludwigsburg reaktiviert werden und dass die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) die Straßenbahn-Strecke zwischen Aldingen und Pattonville ausbaut.
Der Kreis hält an den Planungen fest. Denn: Die Bau- und Planungskosten würden zum Großteil durch Fördermittel von Bund und Land getragen, heißt es dazu aus dem Landratsamt. Aber selbst mit Förderung durch den Bund seien die Kosten zu hoch, meint Oberbürgermeister Matthias Knecht (parteilos).
OB Knecht: "Stadtbahn ist einfach zu teuer"
Er plädiert für "eine Reduzierung auf den Ast Schwieberdingen-Markgröningen-Möglingen-Ludwigsburg Bahnhof und Pattonville-Remseck". "Das, was dazwischen ist, würden wir zwischenzeitlich für die nächsten, sagen wir mal, sieben bis zehn Jahre durch einen Expressbus ersetzen", sagt Knecht über die Strecke zwischen dem Bahnhof Ludwigsburg, der Innenstadt und dem Blühenden Barock.
Wenn die beiden anderen Äste fertig sind, könne man noch mal schauen, ob man nicht doch das Zwischenstück mit einer Stadtbahn machen will oder ob es bei der Bus-Lösung bleibe. Es sei gut, die Entscheidung über eine Stadtbahn durch Ludwigsburg "ein bisschen in die Zukunft zu verschieben, damit wir jetzt Sicherheit gewinnen, dass uns das nicht überfordert. Denn natürlich ist das teuerste Stück das dazwischen durch Ludwigsburg. Selbst, wenn viel Fördergeld vom Land und vom Bund mit einberechnet werde, müsse man bei der Stammstrecke mit Kosten von mehr als 30 Millionen Euro rechnen, "was momentan für den Haushalt von Ludwigsburg zu viel ist", so Knecht.
Mögliche Entscheidung über Stadtbahn im Gemeinderat
Am Mittwochabend steht LUCIE wieder im Ludwigsburger Gemeinderat auf der Tagesordnung: Die Stadtverwaltung will ihre Pläne für diese abgespeckte Variante in Form einer Beschlussvorlage dem Gemeinderat vorstellen, der dann dazu Fragen stellen kann. Am 5. November soll der Ludwigsburger Gemeinderat über die Beschlussvorlage diskutieren, außerdem soll eine Anhörung stattfinden. Die Abstimmung über die abgespeckte Variante ist für den 19. November geplant.
Die Fraktionen von FDP und Freien Wählern haben jeweils Anträge gestellt, dass Ludwigsburg den Zweckverband verlässt, sich also aus den Stadtbahn-Plänen ganz rauszieht. Denn es gibt auch weiterhin Diskussionen, ob die Stadtbahn kommen soll.