Wer am Wochenende in Stuttgart zu einer der Großveranstaltungen wollte, brauchte oft mehr Zeit. Egal ob beim Stuttgarter CSD in der Innenstadt, dem Heavy-Metal-Konzert mit "Iron Maiden" auf dem Cannstatter Wasen oder bei einem der Straßenfeste in den Stadtbezirken - die Stammstreckensperrung der Stuttgarter S-Bahn verlängerte die An- und Abreise. Dem SWR gegenüber äußerten sich viele Fahrgäste genervt.
Stammstrecke bereits zum fünften Mal gesperrt
Von den Bauarbeiten, die am Samstag begannen, sind alle S-Bahn-Linien betroffen. Schließlich wird bereits zum fünften Mal der S-Bahn-Tunnel unter Stuttgart - also die sogenannte Stammstrecke - gesperrt und modernisiert. Zwischen dem Hauptbahnhof und Stuttgart-Vaihingen fährt deshalb ein Ersatzverkehr mit Bussen. Außerdem gibt es zusätzliche Regional-Express-Züge zwischen dem Hauptbahnhof und Böblingen, die über Stuttgart-Vaihingen fahren. Die Sperrung wird noch bis zum Samstag, 6. September, dauern.
Die Deutsche Bahn wird in den kommenden Wochen den S-Bahn-Tunnel weiter mit der digitalen Leittechnik ETCS ausstatten. Diese wird für Stuttgart 21, beziehungsweise für den Aufbau des digitalen Knotens Stuttgart gebraucht.
Bahnsprecher lobt Fahrgäste
Das erste Wochenende der Stammstreckensperrung verschärfte die Situation zusätzlich: Weil für den CSD Straßen gesperrt wurden, musste auch der Ersatzverkehr ausweichen und umplanen. Laut Stuttgarts S-Bahn Sprecher Reinhold Willing war es deswegen klar, dass der Start der Stammstreckensperrung eine Herausforderung werden würde.
Er lobte er im Gespräch mit dem SWR die Fahrgäste, die am Wochenende unterwegs waren. Die Bahn habe die Menschen im Vorfeld auf die Beeinträchtigungen hingewiesen und gebeten, mehr Zeit einzuplanen. "Daran haben sich die Fahrgäste auch gehalten", sagt Willing.
Reisende von Sperrung genervt
Mit dem Start in die neue Woche mussten auch Schüler, Pendler und sonstige Reisende den Ersatzverkehr erstmals nutzen. Auch wenn dafür extra eingesetztes Personal und viele Hinweisschilder auf die Sperrung hinweisen: Viele von der Stammstreckensperrung Betroffene sind genervt. Dem SWR gegenüber kritisierten sie unter anderem die ihrer Meinung nach teils verwirrende Beschilderung und die verlängerten Fahrzeiten.
Normalerweise ist das eine Strecke von 45 Minuten. Jetzt sind wir fast zwei Stunden unterwegs.
Die kommenden Wochen werden also für viele Reisenden zur Geduldsprobe. Alle Informationen zur Stammstreckensperrung gibt es auf der Website stammstrecke.info und auf den Webseiten der privaten regionalen Anbieter. Ab Sonntag, 7. September, ist die Stammstrecke wieder frei. Dass dann auch die Verspätungen aufhören und das Ergebnis der Sperrung sichtbar ist - das ist der Wunsch von vielen Betroffenen. Allerdings: Auch nach den Sommerferien kommen auf Bahnfahrende und Pendler in der Region viele Baustellen und Behinderungen zu.