Ex-Bundesrichter soll intern ermitteln

Verdacht auf Bestechlichkeit bei in.Stuttgart: Stadt setzt Sonderermittler ein

Im November wurden Unregelmäßigkeiten bei der städtischen Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart bekannt - ein Mitarbeiter wurde freigestellt. Jetzt will die Stadt intern klären.

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Von Autor/in Kerstin Rudat

Zur Klärung von Vorwürfen gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der städtischen Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart hat Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) einen Sonderermittler eingesetzt. Es handelt sich um den ehemaligen Bundesrichter Rolf Raum, der zuletzt Vorsitzender Richter eines Strafsenats am Bundesgerichtshof war.

Freistellung im November 2025

Mitte November 2025 hatte die Stadt den leitenden Angestellten bei in.stuttgart freigestellt. Aus rechtlichen Gründen wollte man damals aber keine Details nennen, nur so viel, dass es nicht um die Platzvergabe beispielsweise beim Cannstatter Volksfest gehe. Damit wurden entsprechende Gerüchte ausgeräumt.

Staatsanwaltschaft: Verdacht der Bestechlichkeit

Anfang Februar wurde dann bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der städtischen Veranstaltungsgesellschaft wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt. Ein förmliches Ermittlungsverfahren sei eingeleitet, bestätigte die Staatsanwaltschaft dem SWR.

Mit dem Einsetzen eines Sonderermittlers will die Stadtspitze die Unregelmäßigkeiten bei in.Stuttgart nun auch intern aufklären. Unter anderem gehe es darum, wie hoch der entstandene Schaden ist - und ob es sich um einen Einzelfall handelt oder das Ausmaß noch größer ist. Auch erhofft man sich im Rathaus, dass sich bei einem unabhängigen Zuständigen, der von extern kommt, Betroffene melden. Denn sie sollen auch anonym berichten können.

Ab 23. März als Sonderermittler in Stuttgart

Raum wurde 1999 zum Richter am Bundesgerichtshof ernannt und in dieser Funktion am Standort Leipzig dem 5. Strafsenat zugewiesen. 2011 wurde er dessen stellvertretender Vorsitzender. 2013 übernahm er den Vorsitz im 1. Strafsenat am Standort Karlsruhe. Seit dem Jahr 2022 ist er im Ruhestand. Der heute 69-Jährige ist als Experte für Wirtschaftsstrafrecht und Compliance für mehrere Rechtsanwaltskanzleien tätig. Zu diesen Themen hat er auch mehrere Fachpublikationen veröffentlicht. Raum soll seinen Ermittler-Job in Stuttgart den Angaben nach kommende Woche beginnen.

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