70-jährige Unfallverursacherin verurteilt

Tödlicher Unfall bei Orbán-Besuch in Stuttgart: Strafe fällt gering aus

Während der Fußball-EM 2024 in Stuttgart ist ein Polizist tödlich verletzt worden. Die Unfallverursacherin wurde jetzt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

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Von Autor/in Rosalie Etienne

Am Amtsgericht Stuttgart ist am Montag eine 70-jährige Frau wegen fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Frau im Sommer vergangenen Jahres den Tod eines Motorrad-Polizisten in Stuttgart-Degerloch verursacht hat. Die 70-Jährige hatte den Polizisten mit ihrem Auto erfasst.

Der 61-Jährige gehörte zu einer Motorrad-Eskorte, die während der Fußball-Europameisterschaft den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán von der Innenstadt zum Flughafen begleitet hatte. Die Unfallverursacherin erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Die Bewährungszeit wurde auf zwei Jahre festgesetzt. Dies teilte das Gericht mit.

Schwerer Unfall: Trotz Sperrung in Kreuzungsbereich eingefahren

Der Polizist wurde bei dem Unfall so schwer verletzt, dass er noch am selben Tag starb. Durch die Wucht des Aufpralls war er über die Motorhaube geschleudert worden. Sein Motorrad war anschließend gegen ein stehendes Polizeimotorrad geprallt, sodass dessen Fahrer auf die Fahrbahn geschleudert wurde und dabei schwere Verletzungen erlitt. Das Gericht ist überzeugt, dass die Frau im Juni 2024 in den Kreuzungsbereich eingebogen war, obwohl dieser durch das Polizeimotorrad abgesperrt gewesen war.

Ferner entschied das Gericht, dass die Angeklagte jeweils an die Witwe des Verstorbenen und den verletzten Beamten einen Geldbetrag in Höhe von 2.500 Euro zahlen soll. Außerdem wurde der 70-Jährigen die Fahrerlaubnis für weitere sieben Monate entzogen - damit wäre die Frau insgesamt rund zwei Jahre ohne Führerschein. Sie muss ferner die Kosten des Verfahrens einschließlich der Auslagen der Nebenkläger tragen, so das Gericht.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

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Rosalie Etienne
Rosalie Etienne, SWR Studio Stuttgart

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