Neuer Fahrplan der Deutschen Bahn

Gäubahn: Kein IC-Halt mehr in Herrenberg

Herrenberg, Gäufelden und Bondorf (Kreis Böblingen) werden bald vom Fernverkehr der Deutschen Bahn abgeschnitten sein. Mehr als 100.000 Menschen auf der Gäubahn sind betroffen.

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Von Autor/in Loris Hoffmann

Zukünftig sollen keine Intercity-Züge mehr auf der Gäubahn in Bondorf, Gäufelden und Herrenberg (alle Kreis Böblingen) halten. Das sieht ein neues Gäubahn-Konzept von DB Fernverkehr und Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg vor, das dem SWR vorliegt. Herrenbergs Oberbürgermeister Nico Reith (parteilos) hat sich jetzt in einem offenen Brief mit deutlichen Worten an die Deutsche Bahn gewandt.

Herrenbergs OB nennt Entscheidung "inakzeptabel"

"Die Entscheidung ist inakzeptabel und koppelt über 100.000 Menschen im Oberen Gäu vom Fernverkehr ab", heißt es in dem Brief. Mit dem Wegfall des IC-Halts würde das gesamte Obere Gäu vom Fernverkehr in Richtung Bodensee und Schweiz abgekoppelt, was weitreichende Konsequenzen habe, so Reith. Der Zugverkehr auf der Gäubahn sei ohnehin durch S21 stark beeinträchtigt.

Der Brief wurde auch von den Bürgermeistern aus Gäufelden, Jettingen, Bondorf und Mötzingen (alle Kreis Böblingen) unterzeichnet. Zusammen haben die Bürgermeister zudem eine Online-Petition gestartet. Die Deutsche Bahn begründete den geplanten Wegfall damit, auf diese Weise auf der Strecke zukünftig pünktlicher zu fahren.

Demnach sei ab dem Fahrplanwechsel im Dezember geplant, dass der IC ohne Stopp zwischen Böblingen und Horb fahre. Dadurch würden die Halte in Herrenberg, Gäufelden und Bondorf wegfallen. In Sulz und in Oberndorf (beide Kreis Rottweil) soll der IC stattdessen zukünftig stündlich anstatt wie zuvor alle zwei Stunden halten.

MEX zwischen Stuttgart und Böblingen soll helfen

Als Ausgleich soll der MEX zwischen Stuttgart und Böblingen auch außerhalb der Hauptverkehrszeiten stündlich statt alle zwei Stunden fahren. Dennoch müssten laut Oberbürgermeister Reith Pendler und Pendlerinnen durch den angekündigten Wegfall künftig in Horb umsteigen, was zu Zeitverlusten von bis zu 30 Minuten führen könne.

Dadurch entstünden deutliche Zeitverluste und zusätzliche Umstiege. "Bereits heute ist absehbar, dass Fahrgäste künftig Umwege und Wartezeiten von bis zu 30 Minuten und mehr in Kauf nehmen müssen", heißt es in dem offenen Brief.

Landrat lädt zum Runden Tisch mit DB

Am Donnerstag wurde bekannt, dass der Böblinger Landrat Roland Bernhard (parteilos) die Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg zu einem Runden Tisch gemeinsam mit Reith und den Bürgermeistern der Gäu-Kommunen ins Landratsamt eingeladen hat. "Wir werden uns mit einer derart drastischen Verschlechterung der Fernverkehrsanbindung im Oberen Gäu nicht abfinden", stellte Bernhard klar. "Ich unterstütze das Interesse des Oberen Gäus, eine Anbindung bestmöglich beizubehalten." Ziel sei jetzt ein tragfähiger Kompromiss.

Verkehrsministerium: Gäubahn-Strecke ist überlastet

Das baden-württembergische Verkehrsministerium teilte auf SWR-Anfrage mit, dass es die Pläne unterstütze. Jedoch würde auch dieses Konzept nur die Symptome und nicht die Ursache für die überlastete Gäubahn bekämpfen. "Langfristig geht es darum, dass die Kapazität der Strecke erhöht wird, dafür haben wir Ansatzpunkte, dafür werben wir im Bund", teilte ein Sprecher des Ministeriums mit.

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Loris Hoffmann
Porträtfoto von Loris Hoffmann

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