"Rückgang um 70 Prozent"

Klinikum Stuttgart: Weniger Babys wegen RSV im Krankenhaus

Gute Nachrichten aus dem Klinikum Stuttgart: Deutlich weniger Kinder als früher müssen stationär wegen des RS-Virus behandelt werden. Welche Erklärung die Ärzte dafür haben.

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Von Autor/in Anna Knake

Das Klinikum Stuttgart verzeichnet bei Kleinkindern einen Erfolg bei der Vorsorge für das RS-Virus. In diesem Winter müssen deutlich weniger Kinder wegen der Atemwegsinfektion stationär behandelt werden als früher. Das zeigen Zahlen des Klinikums, die dem SWR vorliegen. Den Grund dafür sehen die Ärzte in einer RSV-Immunisierung per Spritze, die seit 2024 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Neugeborenen empfohlen wird.

"Wir haben in diesem Jahr bisher 70 Prozent weniger stationäre Kinder wegen RSV gehabt als man selbst in einem schwachen Jahr erwarten würde", sagte Friedrich Reichert, Leiter der Kindernotaufnahme am Klinikum Stuttgart.

Baby Finnley bekommt am Klinikum Stuttgart eine Immunisierung gegen das RS-Virus.
Baby Finnley bekommt am Klinikum Stuttgart eine Immunisierung gegen das RS-Virus.

RSV am Klinikum Stuttgart: So lauten die Zahlen

Laut Klinikum haben sich bislang rund 90 Prozent der Eltern für eine Immunisierung entschieden. Das zeige sich nun bei den stationären RSV-Fällen im Klinikum. Während in den letzten drei Jahren im Durchschnitt mehr als 500 Kinder wegen einer RSV-Erkrankung stationär aufgenommen werden mussten, sind es von seit Oktober 2024 nur rund 100 Kinder gewesen, so Reichert.

Warum das RS-Virus für Neugeborene gefährlich ist, erklärt dieses Video aus dem Jahr 2022:

RS-Virus: Was ist das?

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist der häufigste Grund, warum Kinder in ihrem ersten Lebensjahr ins Krankenhaus müssen. RSV-Infektionen können laut Bundesgesundheitsministerium als leichte Atemwegsinfektion, aber auch als schwere Erkrankung der unteren Atemwege verlaufen.

Vor allem Säuglinge, insbesondere Frühgeborene und Säuglinge mit bestimmten Grunderkrankungen, sowie Erwachsene ab einem Alter von 75 Jahren haben demnach ein erhöhtes Risiko, schwer an RSV-Infektionen zu erkranken.

RS-Virus: Wann wird der Schutz für Kinder empfohlen?

Seit Oktober 2024 empfiehlt die STIKO des Robert-Koch-Instituts eine RSV-Immunisierung für alle Neugeborenen in ihrer ersten RSV-Saison. Diese beginnt üblicherweise im Oktober und hält bis zum März an, der genaue Zeitraum kann jedoch jedes Jahr variieren.

Kinder, die zwischen April und September geboren werden, sollen laut STIKO möglichst im Herbst, zwischen September und November ihre Immunisierung erhalten. Säuglinge, die zwischen Oktober und März - also während der RSV-Saison - geboren werden, sollen laut STIKO möglichst nach der Geburt und vor der Entlassung aus dem Krankenhaus ihre Spritze bekommen.

RS-Virus: Ist die Spritze eine Impfung?

Die Immunisierung funktioniert ähnlich wie eine Impfung, ist aber medizinisch gesehen keine Impfung. Es wird ein Antikörper gespritzt. Man spricht laut Bundesgesundheitsministerium von einer passiven Immunisierung, "bei der der Schutz vor schweren RSV-Erkrankungen direkt nach der Gabe besteht", wie das Ministerium im Netz schreibt. Die Schutzdauer sei allerdings kürzer als bei Impfungen, da bei der passiven Immunisierung mit einem Antikörper kein "immunologisches Gedächtnis" aufgebaut werde. Der Schutz halte jedoch in der Regel über die ganze RSV-Saison an - und der erste Winter gilt als der gefährlichste für Neugeborene, wen es um das RS-Virus geht.

Atemwegserkrankungen STIKO-Empfehlung: Alle Neugeborenen sollen gegen RSV immunisiert werden

Alle Neugeborenen in Deutschland sollen in Zukunft gegen das Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) immunisiert werden. Das empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO).

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Anna Knake
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