Das Stuttgarter Koala-Mädchen Jingeri ist tot. Es ist bereits der vierte Koala, der innerhalb eines knappen Jahres im Stuttgarter zoologisch-botanischen Garten Wilhelma gestorben ist. "Bislang wurden Entzündungen an Leber und Nieren festgestellt. Weitere Befunde stehen noch aus", teilte der Zoo auf Instagram mit. Die genaue Todesursache werde noch untersucht. Man wolle sich erneut äußern, wenn man mehr wisse.
Koalas erst seit 2023 in Stuttgarter "Terra Australis"
Die Wilhelma hatte erst im Sommer 2023 aus Australien vier Koalas für seine neue Lebenswelt "Terra Australis" erhalten: zwei Weibchen und zwei Männchen. Koalas gibt es in deutschen Zoos sonst nur noch in Dresden, Leipzig und Duisburg. Die Wilhelma hatte damals mitgeteilt, dass sie sich an einem Koala-Zuchtprogramm beteiligen wolle. Ist das nach dem Tod des vierten Tieres jetzt gefährdet? "Dazu kann man noch nichts sagen, solange noch kein Ergebnis aus der Pathologie vorliegt", erklärt Wilhelma-Pressesprecher Birger Meierjohann auf SWR-Anfrage.
Krankheitserreger befällt Atemwege
Im Juni 2024 hatte es in der Wilhelma Koala-Nachwuchs gegeben: das Männchen Borobi und das Weibchen Jimbelung. Die Jungtiere wurden aber beide nicht alt: Jimbelung starb bereits im August 2025 an einer Atemwegserkrankung, Borobi im Dezember desselben Jahres - an einer Lungenentzündung, wie der Zoo damals mitteilte. Ausgelöst hatten die Erkrankungen offenbar Bordetella-Bakterien. Sie befallen als Krankheitserreger unter anderem die Atemwege von Tieren.
Winziges Bein ragt aus dem Beutel Wilhelma in Stuttgart: Erster Koala-Nachwuchs in Süddeutschland
Die Stuttgarter Wilhelma züchtet Koalas, weil es von ihnen weltweit nicht mehr viele gibt. Nun hat es geklappt: Die Tiere haben Nachwuchs bekommen.
Auch eines der beiden erwachsenen Koala-Weibchen ist bereits tot. Scarborough musste im Januar 2026 wegen ihrer deutlich schlechter werdenden Gesundheit eingeschläfert werden. Sie hatte Anämie, also Blutarmut. Ein Mangel an roten Blutkörperchen führt dabei zu einer Unterversorgung der Organe mit Sauerstoff. Auch bei Scarborough wurden Bakterien der Gattung Bordetella festgestellt.
Drei erwachsene Koalas weiterhin in Wilhelma zu sehen
Nach dem Tod von Jingeri stellt Wilhelma-Sprecher Meierjohann klar: "Bislang ist kein Zusammenhang mit den vorangegangenen Todesfällen bei den Koalas ersichtlich." In der Stuttgarter Wilhelma leben jetzt noch drei erwachsene Koalas: zwei Männchen und ein Weibchen. Sie sollen weiterhin in der "Terra Australis" zu sehen sein. Über weitere Maßnahmen könne erst entschieden werden, wenn es neue Erkenntnisse gebe, heißt es von Seiten der Wilhelma.