Artenschutz und Klimaschutz

Donzdorf: Vogel kommt, Windrad stoppt?

Baden-Württemberg hinkt beim Windkraft-Ausbau hinterher. Ein Grund dafür: der Artenschutz. Hier setzt der sogenannte "BirdRecorder" an, der bedrohte Vögel schützen soll.

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Von Autor/in Siri Warrlich

Vor einem Jahr ist bei Donzdorf (Kreis Göppingen) ein Testfeld für Windkraftanlagen offiziell eröffnet worden. Teil der Forschungsanlage ist der sogenannte "BirdRecorder", der gefährdete Vögel wie Rotmilane frühzeitig erkennt und dann das in der möglichen Flugbahn liegende Windrad kurz stoppen soll, damit es nicht zur Kollision kommt. Dabei wird auch künstliche Intelligenz eingesetzt. Einen Einblick in die Arbeit der Forscher gibt der Film:

Windkraft: Baden-Württemberg hinkt eigenen Ausbauplänen hinterher

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Zahlen aus dem ersten Halbjahr 2024 zeigen, dass der Windkraft-Ausbau noch immer schleppend vorangeht. 29 Megawatt an Windenergie netto wurden in dieser Zeit im Land zugebaut, Spitzenreiter Nordrhein-Westfalen schaffte fast neun Mal so viel. So verdeutlichen es Daten der Bundesnetzagentur, die das Beratungsunternehmen "Deutsche Windguard" ausgewertet hat.

Einfachere Genehmigung von Windrädern mit Hilfe von "Birdrecordern"?

Dass der Ausbau in Baden-Württemberg nur so langsam vorangeht, hat viele Gründe. Einer davon ist der Artenschutz. Wenn zum Beispiel in der Nähe eines möglichen neuen Standorts für ein Windrad ein Rotmilan gesichtet wird, "dann ist es sehr schwierig, eine Genehmigung zu bekommen, und wenn dann auch nur mit Auflagen", sagt Nico Klar. Er ist Projektleiter für das Forschungsprojekt "BirdRecorder" beim Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg.

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Siri Warrlich
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