Ein rund 200 Meter langer Fahrradstreifen wurde in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag auf die Stefan-Meier-Straße in Freiburg gemalt. Ein Zeuge beobachtete gegen 3.20 Uhr zwei Personen bei der Aktion und alarmierte die Polizei. Als diese eintraf, waren die Verdächtigen nicht mehr vor Ort.
Klimakollektiv äußert sich zu dem Vorfall
Die Aktivistengruppe "Klimakollektiv" bekannte sich zu dem Vorfall. "Wenn die Stadt Freiburg nicht handelt, dann machen wir es eben selbst", sagte Anouk Schwarz vom Klimakollektiv Freiburg. Die Aktion sei ein Zeichen des Protests gegen zu langsame Maßnahmen beim Ausbau sicherer Radwege. "Dies ist nur eine Straße von vielen, wo Radwege im Nichts enden und erwartet wird, dass wir uns in Luft auflösen. Aber wer kann schon zaubern?!", ergänzte ein Aktivist.
Das Klimakollektiv fordert eine "sozialgerechte Verkehrswende" für Freiburg. Dazu gehören nach eigenen Angaben eine autofreie Innenstadt, durchgehend breite Radwege, Tempo 30 innerorts und ein kostenloser, barrierearmer öffentlicher Nahverkehr.
Polizei spricht von Sachbeschädigung und sucht nach Zeugen
Nach Angaben der Polizei ließ sich die aufgebrachte Farbe nicht ohne Weiteres entfernen. Die Fahrbahn musste deshalb durch das Garten- und Tiefbauamt abgefräst werden. Durch die Arbeiten am Donnerstagnachmittag kam es zu Verkehrsbehinderungen im Bereich der Stefan-Meier-Straße. Zur Schadenshöhe liegen noch keine Angaben vor.
Das Polizeirevier Freiburg-Nord hat die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung aufgenommen und sucht nach Zeugen. Bei den Verdächtigen soll es sich um einen Mann und eine Frau Mitte 20 handeln.
Stadt Freiburg hat Anzeige erstattet
Die Stadt Freiburg bezeichnete die Aktion als gefährlich. "Da die Sicherheit der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer akut gefährdet war, mussten die Markierungen sofort entfernt werden", teilte die Verwaltung mit. Der Straßenabschnitt zwischen dem Rennweg-Dreieck und der Kreuzung Tennenbacher Straße sei zu schmal, um dort beidseitig sichere Radfahrstreifen unterzubringen. Autofahrer hätten keinen Platz zum Ausweichen gehabt, weshalb es eng und unübersichtlich wurde.