Alexander Schröder verkündet Rückzug

Meißenheims Bürgermeister will nach verbalen Angriffen nicht mehr kandidieren

Nach offenbar verbalen Angriffen gegen seine Person will der Bürgermeister von Meißenheim, Alexander Schröder, nicht erneut kandidieren. Doch viele Bürger stehen hintern ihm.

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Von Autor/in Ulf Seefeldt

Bürgermeister Alexander Schröder (52) hat in seiner Heimatgemeinde Meißenheim (Ortenaukreis) für einen Paukenschlag gesorgt. Nach offenbar mehreren verbalen Angriffen gegen seine Person will er nicht ein drittes Mal kandidieren. Das hat er jetzt öffentlich gemacht. Noch vor wenigen Wochen, beim Frühlings-Empfang der Gemeinde, hatte er angekündigt, sich im Herbst um eine weitere Amtszeit bewerben zu wollen. In Meißenheim wird nun viel diskutiert. Und es hat sich eine Initiative gegründet, die eine erneute Kandidatur befürwortet.

"Meine Verwaltung und ich sind ständig aus derselben Richtung torpediert und behindert worden", schreibt Alexander Schröder in einer Mitteilung. Er wolle zwar keine schmutzige Wäsche waschen. Aber das Verhalten Weniger schränke seine Arbeit immer mehr ein und beeinflusse auch die Arbeit in den Gremien der Gemeinde. Die Stimmung im Gemeinderat würde leiden. Auch das Vertrauen untereinander sei gestört. Schröder nennt öffentlich keine Namen. Aber es wird spekuliert, dass es um einzelne Mitglieder des Gemeinderates geht, die ihm und anderen das Leben schwer machen.

Alexander Schröder gibt keine Interviews

Alexander Schröder ist seit 16 Jahren Bürgermeister von Meißenheim. 2009 war er zum ersten Mal gewählt worden, 2017 folgte die Wiederwahl. Der verheiratete Vater dreier Kinder ist Jurist, vor seiner Tätigkeit als Bürgermeister hat er als Rechtsanwalt gearbeitet. Interviews in dieser Angelegenheit will Schröder nicht geben. Er hoffe, dass wieder Ruhe einkehrt, so Schröder. Im Gespräch mit dem Südwestrundfunk verweist er auf seine Pressemitteilung.

Das politische Klima in unserer Gemeinde irritiert uns

Schröders Ankündigung hat in Meißenheim und im Teilort Kürzell mit zusammen gut 4.000 Einwohnern für viel Gesprächsstoff gesorgt. Etliche Menschen aus der Gemeinde wollen den Rückzug Schröders so nicht stehen lassen. So wurde unter anderem eine WhatsApp-Gruppe gegründet, der mittlerweile 250 Bürgerinnen und Bürger von Meißenheim und Kürzell angehören. Ebenso wurde eine Online-Petition gestartet. Und in der Gemeinde werden Unterschriften gesammelt. Das Ziel lautet, den Bürgermeister doch noch zur Kandidatur zu bewegen. So wie Schröder ist auch diese Gruppe an die Öffentlichkeit gegangen. Sie schreibt: „Das politische Klima in unserer Gemeinde irritiert uns. Wir wünschen uns eine lebendige demokratische Kultur und ein respektvolles Miteinander statt Polarisierung und gegenseitiger Abwertung“.