Wegen der Verbreitung von zwei bearbeiteten Fotos eines Jugendoffiziers der Bundeswehr muss ein ehemaliger Oberstufenschüler aus Freiburg vor Gericht. Die Hauptverhandlung ist für den 18. Dezember terminiert, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts der Deutschen Presse-Agentur. Mit einem Urteil wird noch am selben Tag gerechnet.
Ex-Schüler bringt Soldaten mit Neonazi in Verbindung
Dem 19 Jahre alten Angeklagten wird Beleidigung vorgeworfen. Der ehemalige Schüler soll nach einer Veranstaltung in seinem Gymnasium zwei Fotos mit dem Offizier verbreitet haben, die bei der Veranstaltung aufgenommen und anschließend mit einem Bildbearbeitungsprogramm verändert worden seien.
Eines der Bilder zeigt den Soldaten vor einem Handybildschirm. Auf diesem wird ein Anruf von "SS-Siggi" angezeigt. Damit gemeint ist Siegfried Borchardt - ein bundesweit bekannter Neonazi, der 2021 starb.
Geld- oder Arbeitsauflage als Strafe möglich
Der Jugendoffizier habe selbst Anzeige erstattet. Das Verfahren ist beim Jugendgericht anhängig. Dem ehemaligen Schüler drohen laut Sprecher im Falle einer Verurteilung etwa eine Geld- oder Arbeitsauflage.
Laut Zahlen des Kultusministeriums hatten Jugendoffiziere in den vergangenen beiden Schuljahren etwa 1.000 Mal Schulen im Land besucht - eine erheblich gestiegene Zahl im Vergleich zu früheren Jahren. Dies leiste einen wichtigen Beitrag dazu, dass Schülerinnen und Schüler ein angemessenes Bild von der Rolle der Bundeswehr als demokratisch legitimierte Parlamentsarmee entwickeln, teilte das Ministerium im Oktober mit.