Keine Einigung in Sicht

Lörrachs Straßenfasnacht steht auf der Kippe

Im Streit um finanzielle Zuschüsse für die Fasnacht in Lörrach ist ein Einigungsversuch zwischen Fasnächtlern und Kommunalpolitikern gescheitert.

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Von Autor/in Anne-Sophie Galli

Die Hoffnung war groß, doch die Sitzung zur Lörracher Straßenfasnacht am Donnerstagabend endete im Eklat. Auch nach monatelangem Ringen sind die Mitglieder der Narrengilde und die Stadträte ohne Einigung auseinandergegangen.

Dabei klang Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz zu Beginn der Sitzung noch zuversichtlich, meinte, dass lediglich das Wetter an dem Abend stürmisch sei. Doch dann kochten die Emotionen hoch, Vorwürfe wurden laut - jetzt steht die Zukunft eines der wichtigsten Lörracher Volksfeste auf der Kippe. Ein Fest, das viele in Lörrach lieben.

Streit ums Geld

Im Kern geht es um Geld: Die Narrengilde organisiert seit Jahrzehnten die Straßenfasnacht mit Höhepunkten wie der Gugge-Explosion und den großen Sonntagsumzug. Für die kommende Fasnacht 2026 forderte die Gilde aber deutlich mehr Zuschüsse als bisher - konkret 40.000 Euro.

Hexten, Musikergruppe und viele verkleidete Menschen sind zum Umzug der Buurefasnacht in Weil am Rhein gekommen.
Buntes Treiben in der Sonne: Die Stimmung beim Umzug der Buurefasnacht in Weil am Rhein (Kreis Lörrach) ist ausgelassen.

Die Stadt bot zuletzt 20.000 Euro zum Jubiläumsjahr 2026, im Folgejahr 15.000. Die Gilde lehnte ab. Sie wolle jeweils 20.000 Euro für drei Jahre als Planungssicherheit, wie Obergildenmeister Michael Lindemer sagte: "Wenn ein Sponsor in dieser schwierigen Zeit bankrott geht, dann fehlt uns Geld." Außerdem stiegen Kosten - etwa wegen Sicherheitsausgaben. "Unter diesen Bedingungen können wir in Lörrach wirklich keine Fasnacht mehr machen", so Lindemer.

Ihr schießt die Fasnacht mutwillig ab.

Oberbürgermeister Jörg Lutz betonte, dass die Fasnacht früher mit deutlich weniger Zuschüssen funktioniert habe. Außerdem müsse die Stadt angesichts knapper Haushaltsressourcen sparen. Im Saal fielen klare Worte. Der ehemalige Obergildenmeister Jörg Roßkopf forderte: "Springt mal über euren Schatten.“ Einige Ratsmitglieder nannten das Verhalten der Gilde "Erpressung".

Oberbürgermeister Matthias Lindemer
Lörrachs Obergildenmeister Michael Lindemer

Gilde will keine Haftung mehr

Lindemer kündete am Abend an, dass die Gilde die Organisation der Fasnacht nun ausschreiben wolle. Vielleicht finde sich ja jemand, der die Haftung übernehme. Die Gilde wolle mit ihrem Wissen helfen, Bühnenprogramm und Umzug zu stemmen, aber das Risiko als ehrenamtliche Organisation nicht mehr selbst tragen.

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Auf die Frage, ob er noch an eine Einigung mit der Stadt glaube, wollte Lindemer am Abend keine Antwort geben. Auch Oberbürgermeister Jörg Lutz wollte auf SWR Anfrage keine Stellung nehmen. Die Planung für die Fasnacht 2026 müsste bald vorankommen. Doch nun ist unklar, ob ausgerechnet das 90. Jubiläum der Narrengilde ein Jahr ohne richtige Straßenfasnacht werden wird.

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