Die Narrengilde Lörrach hat vergangene Woche die Großveranstaltungen der Straßenfasnacht im nächsten Jahr abgesagt, beispielsweise ein großes Guggemusiktreffen am Samstag und der Umzug am Sonntag. Grund ist der Streit mit der Stadt, von der die Narren mehr Geld für die Fasnacht möchten.
Die Narrengilde Lörrach war unter ihrem alten und ist unter ihrem neuen Chef für Überraschungen gut: Als sie während der Corona-Pandemie den Fasnachtsumzug vom Winter in den Sommer verlegte, sorgte das für Aufsehen und für Kritik.
So ähnlich ist es jetzt wieder mit der Absage der Fasnacht im nächsten Jahr – mit einem entscheidenden Unterschied: Damals ging es darum, die Fasnacht unbedingt aufrechtzuerhalten, jetzt darum, Traditionsveranstaltungen ausfallen zu lassen.
Bei einer Absage sind alle die Verlierer
Damit ist am Ende keinem gedient: Der Stadt Lörrach und ihrer Bevölkerung nicht, die fröhliche Großereignisse verliert, aber den Fasnachtscliquen auch nicht, sie leben doch schließlich für die Fasnacht! Dass die Narrengilde finanziell Planungssicherheit braucht, ist verständlich. Dass die Stadt aufs Geld achten muss und sich nicht erpressen lassen kann allerdings auch.
Drohung mit Absagen - wird hier gepokert?
Vielleicht erhöht Obergildenmeister Michael Lindemer den Druck und pokert auf diesem Weg auf mehr Geld, wenn er sagt, nun sei der Gemeinderat am Zug. Die Gefahr ist aber groß, dass das den Bogen "überspannt". Warum gleich das Ganze in Frage stellen anstatt – wenn es wirklich nicht anders geht – eine Veranstaltung einsparen?
Kompromiss muss möglich sein
Ich finde "Abrüstung" ist angesagt, denn Kompromisse in der Zuschussfrage sind möglich, man muss sie nur wollen: Die Narrengilde muss von ihrer Maximalforderung nach 40.000 Euro abrücken und die Stadt zu weiterem Entgegenkommen bereit und flexibler sein. Wenn beide Seiten einen Schritt aufeinander zu machen, dann kann es nächstes Jahr in Lörrach doch noch Fasnacht wie bisher geben. Falls nicht - sehen am Ende alle wie Narren aus.