Der Streit zwischen der Stadt Lörrach und der Narrengilde um den Zuschuss endet zumindest vorläufig mit einem Paukenschlag: Der Absage der Straßenfasnacht im nächsten Jahr. Die Stadt spricht von einer "unverhofften und einseitigen Beendigung des guten Dialogs seitens der Narrengilde" und bedauert die Absage.
Narrengilde fordert 40.000 Euro
Die Narrengilde hatte einen Zuschuss von 40.000 Euro gefordert, die Stadt ihr aber nur halb so viel geboten. Nun sieht Obergildenmeister Michael Lindemer die Stadträte am Zug: Sie müssten entscheiden, was ihnen die Fasnacht wert sei. Er kündigte an, die Narren würden Anfang Oktober über Alternativen zur Straßenfasnacht beraten. Ob diese dann in Lörrach oder woanders ihren Platz fänden, sei noch offen. Die Stadt wiederum verweist in einer Pressemitteilung darauf, dass die Narrengilde auch mit weniger Zuschüssen im letzten Jahr einen leichten Überschuss erwirtschaften konnte.
Schon seit Jahren Streit um Finanzierung
Nicht von der Absage betroffen ist der "Bauernfasnachtsumzug" im Lörracher Stadtteil Hauingen. Er wird nicht von der Narrengilde ausgerichtet. Die Stadt und die Narren streiten seit Jahren über die städtische Unterstützung für die Straßenfasnacht. Die Narrengilde ist für ihre unkonventionellen Ideen bekannt. Landesweites Aufsehen erregte sie in der Corona-Pandemie damit, dass sie den Fasnachtsumzug vom Winter in den Sommer verlegte. Das hatte seinerzeit Kritik bei Fasnachtsverbänden hervorgerufen, die darin einen Verstoß gegen die Tradition sahen.
Streit um Straßenfasnacht in Lörrach Meinung: Absage der Lörracher Fasnacht – ein Kompromiss muss her
Die Narrengilde Lörrach will mehr Geld von der Stadt und droht Veranstaltungen abzusagen, falls die Zuschüsse ausbleiben. Dabei ist ein Kompromiss möglich, findet Matthias Zeller: