Diese Lesenacht war nicht in einer Bibliothek, sondern in drei Oldtimerbussen. Am Donnerstag sind diese Busse über den Rhein gefahren, von Deutschland nach Frankreich, vom Kaiserstuhl ins Elsass - und wieder zurück. Im Mittelpunkt stand die deutsch-französische Freundschaft, die mit dem Élysée-Vertrag vor über 60 Jahren begann.
Eine Reise über den Rhein und 60 Jahre in die Vergangenheit
In den Bussen nahmen Schauspielerinnen und Schauspieler die Fahrgäste mit in die Zeit des Élysée-Vertrags. In deutscher und französischer Sprache lasen sie literarische, dokumentarische und persönliche Texte aus den 1960er-Jahren.
Denn in dieser Zeit änderte sich einiges, nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch in der Gesellschaft. Und was in den 60er-Jahren begann, wirkt bis heute. Für die Menschen, die zu der mobilen Lesenacht gekommen waren, ist das nicht selbstverständlich.
Es zeigt sich, dass man so einen Élysée-Vertrag natürlich mit Leben füllen muss. Ob Staaten wirklich Freunde sein können, lässt sich anzweifeln. Aber Freundschaft über die Grenze schließen ist wichtig.
Deutschland und Frankreich: von Feinden zu Freunden
Am 22. Januar 1963 unterzeichneten der französische Staatspräsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer den Élysée-Vertrag. Damals wurden aus erbitterten Feinden Freunde. 63 Jahre später zeigt sich am Beispiel der mobilen Lesenacht: Diese Freundschaft wird gelebt.
Mehrfach pendelten die Busse am Donnerstag zwischen Baden und dem Elsass hin und her, brachten Deutsche, Französinnen und Franzosen zusammen. Organisiert von einer Bürgerinitiative ist die mobile Lesenacht ein wichtiger Beitrag für eine lange Freundschaft, die gepflegt werden muss. Auch für die Zukunft Europas.