Oberbürgermeister Horn bei Grundsteinlegung

Krieg gegen Ukraine: Freiburg unterstützt Traumazentrum in Lwiw mit einer Million Euro

In Freiburgs Partnerstadt Lwiw soll ein Traumazentrum entstehen. Für die Grundsteinlegung ist OB Horn in die Ukraine gereist. Mit im Gepäck: eine Million Euro.

Teilen

Stand

Von Autor/in Lukas Herzog

In Freiburgs ukrainischer Partnerstadt Lwiw wurde am Montagmittag der Grundstein für ein Traumazentrum gelegt. Dort sollen vom Krieg traumatisierte Soldatinnen und Soldaten ihre Kriegsfolgen unter anderem mit Kunsttherapie verarbeiten können. Auch Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) ist für den Festakt nach Lwiw gereist. Freiburg will eine Millionen Euro zum Bau beisteuern. Ein großer Teil des Geldes stammt aus Spenden der Stadtbevölkerung.

Freiburgs OB von Eindrücken aus Ukraine ergriffen

Am Rande der Veranstaltung zeigte sich Oberbürgermeister Martin Horn tief bewegt vom Schicksal der ukrainischen Bevölkerung. "Ich habe wahrscheinlich noch nie so viel geweint wie innerhalb der vergangenen Tage", sagte Horn. Der Krieg sei hier so real mit den vielen Menschen, die Angehörige verloren hätten. Und trotzdem gebe es hier noch Hoffnung und Tatkraft, so Horn weiter.

Wir dürfen unsere Freunde weiterhin nicht allein lassen. Und genau deswegen sind wir hier, um das zu untermauern. Nicht nur mit Worten, sondern mit konkreten Taten.

Gemeinsam mit seinem ukrainischen Amtskollegen Andrij Sadowyj, legte Martin Horn während des Festakts den Grundstein in die Erde. Auch weitere Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft sowie Kriegsverwundete, Veteranen und ihre Familien nahmen an der Grundsteinlegung teil.

Ehemaliges Heizwerk wird zu Traumazentrum umgebaut

Das neue Traumahilfezentrum für Kriegsverwundete trägt den Namen "Maisternia". Es soll in einem ehemaligen Heizwerk entstehen, das lange leerstand. Nun soll das Gebäude umfangreich renoviert werden. Zukünftig sollen in den Räumlichkeiten des Traumazentrums Kunsttherapie, Workshops und Vorträge angeboten werden. Außerdem soll es eine Fachbibliothek sowie voll ausgestattete Ateliers für Bildhauerei und Keramik geben.

Ein größeres Gebäude. In der Mitte ein Industrieschornstein.
So soll es nach den Bauarbeiten aussehen: Das neue Traumazentrum "Maisternia" in Lwiw.

Traumazentrum wird Teil des größten Rehabilitationszentrums der Ukraine

Das Traumazentrum "Maisternia" wird Teil des bereits in Lwiw bestehenden "Unbroken": So heißt das schon jetzt größte Rehabilitationszentrum der Ukraine. Es kümmert sich um vom Krieg physisch und psychisch verletzte Menschen. So gibt es etwa eine Werkstatt, in der Prothesen für Kriegsversehrte angefertigt werden. Seit 2022 wurden im "Unbroken" laut Angaben der Stadt Freiburg rund 20.000 Kriegsverletzte versorgt.

Ein Mann stellt eine Beinprothese her.
Zum größten Rehabilitationszentrum der Ukraine "Unbroken" gehört auch eine Werkstatt, in der Prothesen für Kriegsversehrte hergestellt werden. Nun soll auch das Traumazentrum mit dem kunsttherapeutischen Angebot Teil von "Unbroken" werden.

Freiburg hatte das Rehabilitationszentrum vor drei Jahren schon mit einer halben Millionen Euro unterstützt. Für das Traumazentrum "Maisternia" soll nun nochmals eine Millionen Euro folgen. Das Geld kam durch Spendenaktionen der Zivilbevölkerung und durch Gelder der Stadt Freiburg zusammen. Mit dem Traumazentrum will man Menschen nun noch mehr bei ihren seelische Leiden unterstützen.

Lwiw/Freiburg

Freiburger Delegation vor Ort Tote nach Luftangriffen auf Freiburgs ukrainische Partnerstadt Lwiw

In Lwiw in der Ukraine ist es in der Nacht erneut zu russischen Luftangriffen gekommen. Mindestens sieben Menschen sollen ums Leben gekommen sein, über dreißig Menschen wurden verletzt.

SWR4 am Mittwoch SWR4

Freiburg, Lwiw

Traumazentrum in Lwiw Wie Freiburger Kriegsopfern in der Ukraine mit Kunsttherapie helfen

Der Grundstein für ein Traumazentrum im größten Rehazentrum für Kriegsverwundete im ukrainischen Lwiw wird bald gelegt - auch dank vieler Spenden aus der Partnerstadt Freiburg.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Lukas Herzog
Lukas Herzog

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!