Der Beginn einer neuen Spielzeit und ein kompletter Neustart. Am Stadttheater in Freiburg ist einiges los. Und der neue Intendant Felix Rothenhäusler hat viel vor.
Neuer Intendant - neues Theater?
Diese erste Spielzeit steht unter dem Motto "zämme". Im Programm: 30 Premieren, neun Tanzgastspiele, 14 Uraufführungen, eine europäische Erstaufführung, acht Sinfoniekonzerte, darunter auch viele Kooperationen, zum Beispiel mit dem Dokumentationszentrum Nationalsozialismus.
Wir wollen mit ungewöhnlichen, ganz aufregenden Geschichten überraschen.
Den Look hat der neue Intendant, Felix Rothenhäusler, schon mal verändert: Das Programmheft des Stadttheaters ist jetzt Pink, die Fotos der Schauspieler im Selfie-Style. Ab diesem Wochenende, dem Eröffnungswochenende der neuen Spielzeit, soll sich jetzt auch einiges auf der Bühne ändern.
"Er ist ein toller Mensch"
Felix Rothenhäusler ist 44 Jahre alt und damit etwa 30 Jahre jünger als der vorherige Intendant des Stadttheaters Freiburg, Peter Carp. Rothenhäusler steht für modernes, nahbares und offenes Theater mit mehr Mitmach-Angeboten. Er wolle Gegensätze aushebeln, wie zum Beispiel Glanz und Nachhaltigkeit. Und auch komplexe Themen und Fragestellungen zeigen, sagt der neue Intendant.
Er macht viel, um das Haus für alle zu öffnen.
"Ein sehr kluger, offener und warmherziger Menschenfreund", beschreibt ihn Schauspieler Matthieu Svetchine. Auch seine Schauspielkolleginnen und -kollegen sind sich unabhängig voneinander einig: "Er ist ein toller Mensch." Doch bisher kennen sie ihn alle nur als Regisseur. Sie spielen im neuen, etwa 70 Minuten langen Musical "Wasserwelt" mit - und Rothenhäusler führt Regie.
Wie er als Intendant ist, wird sich noch zeigen. Schauspielerin Lara Amelie Sauer hofft jedenfalls, dass durch ihn viele neue Menschen ins Theater kommen. "Man hat oft das Problem im Theater, dass es sehr elitär ist. Ich hoffe, dass jetzt Leute kommen, die sich sonst vielleicht nicht ins Theater trauen", sagt Lara Amelie Sauer.
Premiere des Musicals "Wasserwelt" in Freiburg
Momentan sei Felix Rothenhäusler noch aufgeregt vor der Premiere des Musicals "Wasserwelt. La La Land am Meeresgrund: ein kleiner Krebs auf großer Reise". Es ist eines der Highlights am Eröffnungswochenende. Die Veranstaltung am Freitagabend ist ausverkauft. Schon seit Tagen habe er vor Aufregung nicht mehr schlafen können, erzählt er lächelnd.
Und ausgerechnet bei der Generalprobe funktioniert die Drehscheibe fürs Bühnenbild nicht mehr richtig. Technische Schwierigkeiten. Aber, wie heißt es so schön: "Wenn alles bei der Generalprobe schief läuft, dann bringt das in der Regel Glück - darauf spekulieren wir jetzt", sagt Rothenhäusler.
Bei dem Musical geht es "um die Tiefsee, um Symbiose und das Zusammenleben auf diesem Planeten", erklärt Rothenhäusler. Jorid Lukaczik spielt die Hauptrolle: ein Krebs. Lukaczik bekommt dafür knallrot geschminkte Augen mit langen schwarzen Wimpern und eine schwarze Kopfbedeckung. Jorid Lukaczik sei gespannt, wie Freiburg auf all das Neue am Theater reagiert. "Ich freue mich auf staunende und vielleicht auch entsetzte Gesichter. Und dass man ins Gespräch kommt, weil sonst bleibt das Theater ja oft eher für sich", sagt Lukaczik. "Freiburg kann sich freuen" auf das, was das Stadttheater mit dem neuen Intendanten bietet.
Was sonst am Eröffnungswochenende geplant ist
Am Samstag eröffnet um 17:30 Uhr passend zum Musical eine Ausstellung mit faszinierenden Bildern aus der 4.000 Meter tiefen See - in Zusammenarbeit mit MARUM, Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Uni Bremen, und der Katholischen Akademie Freiburg. Die Ausstellung ist bis Ende März 2026 geöffnet. Anschließend gibt es einen Vortrag mit Michael Schulz von MARUM Bremen und Felix Rothenhäusler im Gespräch.
Am Sonntag gibt es ab 14 Uhr "Kuchen für alle", wie es heißt. Am Theatervorplatz ist die "längste Tafel Freiburgs" geplant. Die Menschen sollen so das Theater kennenlernen - und mit einer süßen Nascherei die neue Spielzeit feiern.