Nach fast einem Vierteljahrhundert im Amt tritt Staufens Bürgermeister Michael Benitz nicht mehr zur Wiederwahl an. Wer folgt ihm nach? Wem vertrauen die Bürgerinnen und Bürger in Staufen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) künftig die Leitung der Stadt an - und wird es erstmals eine Frau sein? Am Sonntag fällt die Entscheidung: Dann dürfen die Wählerinnen und Wähler ihr Kreuz setzen. Zur Wahl stehen vier Kandidaten und eine Kandidatin.
Bekommt Staufen erstmals eine Rathauschefin?
Erstmals in der Geschichte Staufens könnte eine Frau das Bürgermeister-Amt übernehmen. Pia Riesterer ist die Kandidatin mit dem stärksten lokalen Bezug: Seit 16 Jahren gehört die 50-Jährige dem Gemeinderat in Staufen an und ist seit dem vergangenen Jahr Bürgermeister-Stellvertreterin. Neben ihrem politischen Engagement ist Riesterer zweifache Mutter und leitet hauptberuflich die Kommunikationsabteilung der Sparkasse Staufen-Breisach.
Zwei Juristen wollen Bürgermeister werden
Auch ein weiterer Kandidat bringt bereits Erfahrungen in der Bürgermeisterei mit: Benjamin Bröcker ist seit 2019 ehrenamtlicher Bürgermeister von Horben (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald). Der 36-Jährige arbeitet hauptberuflich als Staatsanwalt in Freiburg und ist Vater von drei Kindern.
Ein weiterer Jurist strebt die Spitze des Rathauses an: Gilbert Weber, ebenfalls 36 Jahre alt. Der Volljurist arbeitet seit 2021 beim Regierungspräsidium Freiburg und ist Oberregierungsrat.
Café-Betreiber oder Finanzfachmann?
Knowhow im Verwaltungswesen bringt der nächste Kandidat mit - und zwar Marco Prinzbach. Der 38-Jährige war sechs Jahre in der Gemeindeverwaltung von Grenzach-Wyhlen (Kreis Lörrach) tätig - unter anderem als Leiter der Finanzverwaltung. Seit 2022 leitet er den Fachbereich Bauen und Finanzen in Neuenburg (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald).
Als Quereinsteiger tritt Andreas Wiesler an. Der 36-Jährige betreibt in Staufen ein Café und bringt Erfahrungen aus verschiedenen Tätigkeiten im In- und Ausland mit, unter anderem bei der Bundeswehr. Wiesler ist alleinerziehender Vater. (Anmerkung der Redaktion: Bei Veröffentlichung des Artikels lag der Redaktion noch kein Foto von Wiesler vor.)
Langjähriger Bürgermeister dankt ab
Noch-Amtsinhaber Michael Benitz wurde 2001 erstmals zum Bürgermeister gewählt und seither mehrfach im Amt bestätigt, zuletzt 2017 mit 96,1% der Stimmen. Er ist auch als Kreisrat tätig und engagiert sich in verschiedenen kommunalen Gremien. Seine Entscheidung, nicht erneut zu kandidieren, wurde bereits im vergangenen Dezember bekanntgegeben.
Schwere Schäden nach Bohrung für Erdwärme in Staufen
Staufen gilt seit 18 Jahren als Stadt der Risse. Das stellt die Bewohnerinnen und Bewohner immer wieder vor neue Herausforderungen.
Im Jahr 2007 wurden in Staufen Geothermie-Bohrungen durchgeführt, die katastrophale Folgen nach sich zogen. Überall in der Stadt entstanden tiefe Risse, mehr als 200 Häuser wurden beschädigt. Erst im vergangenen Jahr lösten sich noch Gesteinsbrocken aus der historischen Wendeltreppe des Rathauses und stürzten auf die Stufen.