Hohe Spritpreise

Tanken wird teurer: Warum Carsharing-Kunden erstmal nicht mehr zahlen müssen

Die Spritpreise schnellen in die Höhe. Doch Carsharing-Anbieter in Baden-Württemberg übernehmen bisher die Kosten für das Tanken. Bleibt es bei den günstigen Konditionen?

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Von Autor/in Max Schäfer

Autofahrerinnen und Autofahrer müssen beim Tanken immer tiefer in die Tasche greifen. Grund sind die gestiegenen Spritpreise infolge des Angriffs der USA und Israels auf den Iran. Das eigene Auto ist zunehmend eine Belastung. In vielen Städten und Gemeinden gibt es aber auch die Möglichkeit, sich per Carsharing kurzfristig ein Auto zu leihen. Hier fällt auf: Anbieter in Baden-Württemberg halten sich mit Preiserhöhungen zurück - trotz der hohen Preise an den Tankstellen. Das liegt auch am relativ hohen Anteil an E-Autos.

Tanken wird teurer: Carsharing-Anbieter übernehmen Kosten

Dabei ist das Tanken bei den Carsharing-Anbietern häufig inklusive. Kundinnen und Kunden müssen das zwar selbst übernehmen, nutzen dafür aber die Tankkarten in den Autos. Sie zahlen nur pro Kilometer und für Dauer ihrer Fahrten. Dazu kommen meistens eine Aufnahmegebühr und ein monatlicher Fixbetrag.

Der Carsharing-Anbieter Stadtmobil Stuttgart etwa hat die Preise bislang nicht erhöht. "Auch wir spüren die gestiegenen Kraftstoffpreise deutlich", erklärte das Unternehmen auf SWR-Anfrage. Die laufenden Betriebskosten seien spürbar angestiegen. "Das betrifft vor allem das Tanken, aber auch indirekte Kosten wie Logistik und Service", so ein Sprecher. "Um unser Angebot weiterhin fair und bezahlbar zu halten, wollen wir die gestiegenen Kraftstoffkosten derzeit nicht an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben." Es gibt jedoch eine Einschränkung: Sollten die Preise "dauerhaft hoch bleiben oder ansteigen", müsse das Unternehmen die Situation "erneut bewerten".

Carsharing-Anbieter erhöht Preise nur für Verbrenner

Diesen Schritt hat naturenergie sharing aus Freiburg bereits gemacht. Die Erhöhung betrifft jedoch nur die Verbrennerpreise. Denn der Anbieter aus Südbaden berechnet den Kundinnen und Kunden unterschiedlich viel - je nachdem, ob sie ein E-Auto, einen Benziner oder ein Diesel-Fahrzeug nutzen. 57 Prozent der Flotte seien jedoch Elektrofahrzeuge, so das Unternehmen. Die Kundinnen und Kunden hätten "in den meisten Fällen" die Wahlfreiheit, ein günstigeres E-Auto zu nutzen. Das Unternehmen verzeichnete im März deshalb erstmals, dass die Kundinnen und Kunden zum ersten Mal mehr Kilometer mit elektrischen Fahrzeugen zurücklegten als mit Autos mit fossilen Antrieben.

Nachfrage nach E-Autos steigt

Diese Beobachtung teilt auch der Bundesverband Carsharing. "Einige Anbieter berichten uns, dass sich die Nachfrage in letzter Zeit sichtbar zu den Fahrzeugen mit E-Antrieb hin verschiebt", sagte Geschäftsführer Gunnar Nehrke dem SWR. Den Trend hin zur E-Mobilität beobachtet der Verband auch bei den Anbietern. Diese treiben die Elektrifizierung ihrer Flotten seit mehreren Jahren ambitioniert voran, so Nehrke. 22,1 Prozent der Fahrzeuge in stationsbasierten und kombinierten Angeboten würden bereits batterieelektrisch fahren.

Die hohen Spritpreise seien für die im Verband organisierten Anbieter eine Bestätigung ihrer langfristigen Strategie, so Nehrke. Der Verband setze sich deshalb dafür ein, dass die Kommunen die Elektrifizierung der Carsharing-Stationen durch eine Förderung unterstützten.

Sharing-Angebote beliebter, aber Zusammenhang mit Spritpreis unklar

Ob Autofahrerinnen und Autofahrer wegen der hohen Kosten für Benzin und vor allem Diesel auf die Sharing-Angebote ausweichen, ist jedoch unklar. Sowohl Stadtmobil Stuttgart als auch naturenergie sharing aus Freiburg beobachten ein höheres Interesse an ihren Angeboten. Ob es einen direkten Zusammenhang gibt, kann aber derzeit nicht festgestellt werden.

Das gilt auch für andere Sharing-Angebote in Städten. In Stuttgart etwa bieten die Stadtwerke mit dem stella-sharing E-Mopeds an. Die Nutzungszahlen seien zwar seit der Preiserhöhung für fossile Kraftstoffe angestiegen. "Der Effekt dürfte jedoch eher mit den steigenden Temperaturen zu tun haben als mit den höheren Spritkosten", so Florian Hägele, Abteilungsleiter Ladeinfrastruktur und Elektromobilität, auf SWR-Anfrage. Dennoch gewinne das Angebot an Bedeutung und werde eine Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr und eine Alternative zum eigenen Auto.

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Max Schäfer
Bild von SWR-Redakteur Max Schäfer.

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