Klatschmohn, Kamille und Lichtnelke gut fürs Ökosystem

Ackerwildkraut-Meisterschaft in Rangendingen: Sieger stehen fest

Wo wachsen die meisten Wildkräuter auf den Äckern? Jetzt sind in Rangendingen die Sieger der diesjährigen Ackerwildkraut-Meisterschaft ausgezeichnet worden.

Teilen

Stand

Von Autor/in Friederike Dauser

In Rangendingen (Zollernalbkreis) sind am Sonntag die Gewinner der diesjährigen Ackerwildkraut-Meisterschaft ausgezeichnet worden. Elf Landwirte aus den Kreisen Tübingen und dem Zollernalbkreis hatten sich beworben.

Sie blühen bunt zwischen Gerste, Hafer und Weizen: Ackerwildkräuter sind nicht nur schön anzusehen, die meisten sind auch gut fürs Ökosystem. In diesem Jahr gab es zum fünften Mal die Ackerwildkraut-Meisterschaft - ausgeschrieben vom Land Baden-Württemberg. Ausgetragen wurde die Meisterschaft in der Region Neckar-Alb.

Die Preisträger der diesjährigen Ackerwildkraut-Meisterschaft haben Urkunden und Geldpreise erhalten.
Elf Landwirte haben an der Ackerwildkraut-Meisterschaft teilgenommen. Auf ihren Äckern wachsen besonders viele Wildkräuter. Sie sind Nahrungsquelle für Tiere und helfen unter anderem dabei, das Wasser im Boden zu speichern.

Viele blühende Ackerwildkräuter auf dem Gewinneracker

Den ersten Platz in der Kategorie "Artenorientierte Vielfalt-Acker" hat Klaus Hartmann aus Ammerbuch-Poltringen (Kreis Tübingen) gewonnen. Auf den Äckern des konventionellen Betriebes wachsen zum Beispiel die stark gefährdeten Arten Venuskamm und Dreihörniges Labkraut. Laut Jury ziehen die blühenden Ackerwildkräuter wie etwa der Acker-Rittersporn Bienen und Schmetterlinge an.

Acker-Lichtnelke ist gut für das Ökosystem

In der Kategorie "Produktionsorientierte Vielfalt-Äcker" kamen die Brüder Ralf und Micha Riehle aus Burladingen (Zollernalbkreis) auf Platz eins. Auf einem Acker des Bio-Betriebes wachsen viele stark gefährdeten Wildkräuter wie der Acker-Zahntrost zwischen Gerste und Hafer.

Im Juni hatte eine Jury aus Fachleuten für Artenschutz, Landwirtschaft und Biodiversität die vielversprechensten Felder begutachtet und bewertet. Dabei wurde geschaut, ob die Äcker so bewirtschaftet werden, dass viele Wildkräuter wie etwa das Adonisröschen oder der Finkensame dort wachsen und trotzdem auf den Äckern erfolgreich Getreide produziert wird.

Ein roter Klatschmohn wächst auf einem Getreidefeld.
Insbesonders für die Biodiversität und als Nahrungsquelle für Tiere ist der Klatschmohn auch auf Feldern und Äckern ein wichtiges Ackerwildkraut.

Viele Ackerwildkräuter sind gefährdet

Etwa 220 Ackerwildkrautarten gibt es in Baden-Württemberg. Knapp die Hälfte davon ist gefährdet oder bereits ausgestorben. Dabei sind Ackerwildkräuter wichtig - etwa als Nahrung für Vögel, die Bestäubung von Kulturpflanzen oder auch als Speicher für Wasser im Ackerboden. Auch bei der Fixierung von Luftstickstoff und zum Schutz der Bodenerosion

Besonders viele Ackerwildkräuter wachsen in Rangendingen

In Rangendingen gibt es seit 35 Jahren bereits ein Ackerwildkrautschutzprojekt. Auch das wurde am Sonntag vor Ort gefeiert. Rund um den Ort wachsen besonders viele der Wildkräuter. Wegen der unterschiedlichen Böden gibt es in Rangendingen eine enorme Artenvielfalt, so Sigrid Pohl, die beim Regierungspräsidium Tübingen zuständig ist für den Ackerwildkrautschutz.

Weitnau

Vital ins Frühjahr Warum Allgäuer Wildkräuter so gesund sind

Löwenzahn, Lungenkraut, Gänseblümchen - Wildkräuter, die jetzt überall blühen. Doch welche Kräuter können wir essen und wofür sind sie gut?
Die Allgäuer Wildkräuterfrauen zeigen es.

Heilpflanzen Wildkräuter mit heilender Wirkung - die Schafgarbe

Wegen ihres sehr breiten Wirkungsspektrums nennt man die Schafgarbe auch “Heil aller Schäden”. Die Schafgarbe wirkt unter anderem krampflösend und wundheilend.

Kaffee oder Tee SWR

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Friederike Dauser
Friederike Dauser ist Reporterin und Redakteurin für Hörfunk und Online beim SWR im Studio Tübingen.

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!