In Rangendingen (Zollernalbkreis) sind am Sonntag die Gewinner der diesjährigen Ackerwildkraut-Meisterschaft ausgezeichnet worden. Elf Landwirte aus den Kreisen Tübingen und dem Zollernalbkreis hatten sich beworben.
Sie blühen bunt zwischen Gerste, Hafer und Weizen: Ackerwildkräuter sind nicht nur schön anzusehen, die meisten sind auch gut fürs Ökosystem. In diesem Jahr gab es zum fünften Mal die Ackerwildkraut-Meisterschaft - ausgeschrieben vom Land Baden-Württemberg. Ausgetragen wurde die Meisterschaft in der Region Neckar-Alb.
Viele blühende Ackerwildkräuter auf dem Gewinneracker
Den ersten Platz in der Kategorie "Artenorientierte Vielfalt-Acker" hat Klaus Hartmann aus Ammerbuch-Poltringen (Kreis Tübingen) gewonnen. Auf den Äckern des konventionellen Betriebes wachsen zum Beispiel die stark gefährdeten Arten Venuskamm und Dreihörniges Labkraut. Laut Jury ziehen die blühenden Ackerwildkräuter wie etwa der Acker-Rittersporn Bienen und Schmetterlinge an.
Acker-Lichtnelke ist gut für das Ökosystem
In der Kategorie "Produktionsorientierte Vielfalt-Äcker" kamen die Brüder Ralf und Micha Riehle aus Burladingen (Zollernalbkreis) auf Platz eins. Auf einem Acker des Bio-Betriebes wachsen viele stark gefährdeten Wildkräuter wie der Acker-Zahntrost zwischen Gerste und Hafer.
Im Juni hatte eine Jury aus Fachleuten für Artenschutz, Landwirtschaft und Biodiversität die vielversprechensten Felder begutachtet und bewertet. Dabei wurde geschaut, ob die Äcker so bewirtschaftet werden, dass viele Wildkräuter wie etwa das Adonisröschen oder der Finkensame dort wachsen und trotzdem auf den Äckern erfolgreich Getreide produziert wird.
Viele Ackerwildkräuter sind gefährdet
Etwa 220 Ackerwildkrautarten gibt es in Baden-Württemberg. Knapp die Hälfte davon ist gefährdet oder bereits ausgestorben. Dabei sind Ackerwildkräuter wichtig - etwa als Nahrung für Vögel, die Bestäubung von Kulturpflanzen oder auch als Speicher für Wasser im Ackerboden. Auch bei der Fixierung von Luftstickstoff und zum Schutz der Bodenerosion
Besonders viele Ackerwildkräuter wachsen in Rangendingen
In Rangendingen gibt es seit 35 Jahren bereits ein Ackerwildkrautschutzprojekt. Auch das wurde am Sonntag vor Ort gefeiert. Rund um den Ort wachsen besonders viele der Wildkräuter. Wegen der unterschiedlichen Böden gibt es in Rangendingen eine enorme Artenvielfalt, so Sigrid Pohl, die beim Regierungspräsidium Tübingen zuständig ist für den Ackerwildkrautschutz.