"Sie scheißen alles zu"

Boris Palmer ist für den Abschuss der Nilgänse in Tübingen

Nilgänse sorgen in Tübingen für Ärger. Die invasive Art verdrängt heimische Enten. Oberbürgermeister Boris Palmer will die Gänse loswerden - im Zweifel durch Abschuss.

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Von Autor/in Klara Keuthen

Invasive Nilgänse breiten sich in Tübingen aus und vertreiben heimische Stockenten. Deshalb will Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) die Gänse zum Abschuss freigeben, sagte er dem SWR.

Abschuss der Nilgänse als Lösung?

Die Nilgänse machen sich in Tübingen vor allem am Anlagensee breit. Darunter leiden heimische Arten, wie die Stockente. Boris Palmer will nun strikter gegen die Invasoren vorgehen. Er sagte dem SWR in einem Interview: "Nach meiner Auffassung sollte man die Tiere schießen, wenn es mildere Mittel gibt, dann ist es in Ordnung, Gelege zerstören, Vermehrung verhindern, vergrämen. Aber zulassen, dass es nachher nur noch Nilgänse gibt und die Stockente für unsere Kinder nie wieder sichtbar ist am Neckar, geht nicht."

Vogelschützer haben Bedenken

Bereits im März schrieb Boris Palmer über die Nilgänse bei Facebook: "Da müssen jetzt die Jäger ran". So einfach würde das aber nicht gehen, so Daniel Schmidt-Rothmund vom NABU Vogelschutzzentrum Mössingen. Für Schmidt-Rothmund sollte ein Abschuss nur in Frage kommen, wenn die Tiere auch sinnvoll verwertet würden, also zum Beispiel gegessen. Und Tierschutzregeln müssten natürlich beachtet würden. Es gäbe auch andere Möglichkeiten die Tiere zu verscheuchen, so der Vogelschützer. Dazu gebe es aber zu wenige Fallbeispiele. Deshalb sei es schwierig einen Lösungsvorschlag zu finden, der für Mensch und Tier gut sei.

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Klara Keuthen
Klara Keuthen ist Reporterin für Social Media, Online, Hörfunk und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen .

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