Die Universität Tübingen gibt ein kunstvoll geschnitztes Ahnenbild an die Maori-Gemeinschaft in Neuseeland zurück. Es befindet sich derzeit noch im Museum der Universität Tübingen und ist Teil der Ausstellung "Te Pou o Hinematioro". Der Ausstellungstitel verweist auf die Ahnenfigur selbst und steht für die Verbindung von Maori-Kultur, Geschichte und Gegenwart. Die Rückgabe ist nach Angaben der Universität für März geplant.
Der Weg des "Hinematioro Pou" nach Europa
Das Kunstwerk verkörpert die lebendige Präsenz der Maori-Herrscherin Hinematioro, die zur Zeit der ersten Landung des britischen Seefahrers James Cook in Neuseeland lebte. Cook brachte die rund einen Meter hohe Holzskulptur im Jahr 1771 nach Europa. Über mehrere Stationen gelangte sie schließlich in die ethnologische Sammlung der Universität Tübingen, wo sie jahrzehntelang unbeachtet blieb.
Kunst als Verbindung zu den Ahnen
Für die indigene Maori-Gemeinschaft Te Aitanga-a-Hauiti verkörpert das Kunstwerk "die lebendige Präsenz der verehrten Ahnin und höchsten Prinzessin Hinematioro" und entspricht einem heiligen Schatz, wie die Universität Tübingen erklärte. Delegationen der Maori-Gemeinschaft reisten deshalb in den vergangenen Jahren mehrfach nach Tübingen, zuletzt im Oktober 2025 zur Ausstellungseröffnung.
Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) betont, dass es ein Zeichen historischer Verantwortung sei, die Skulptur zurückzugeben. Diese ist zurzeit in einer Ausstellung auf Schloss Hohentübingen zu sehen. Ende März soll sie feierlich nach Neuseeland zurückkehren.