Pünktlich zum Schulbeginn am Montag fährt die Ammertal teilweise wieder. Seit rund drei Wochen sind auf der Strecke keine Züge mehr gefahren, Räder und Schienen waren übermäßig stark abgenutzt. Jetzt pendelt die Ammertalbahn zunächst im Stundentakt von Tübingen nach Herrenberg (Kreis Böblingen).
Der aktuelle Schienenersatzverkehr wird darüber hinaus fortgesetzt, schreibt der Zweckverband ÖPNV im Ammertal in einer Pressemitteilung. Bedeutet: Zusätzlich zur Bahn fahren nach wie vor Busse im Halbstundentakt zwischen Tübingen und Herrenberg. Damit gibt es pro Stunde drei Fahrten in jede Richtung. Die Zwischentakte zwischen Tübingen und Entringen entfallen.
Darum wurde der Zugverkehr plötzlich eingestellt
Der Zugverkehr auf der Ammertalbahn war Ende August plötzlich eingestellt worden, weil Räder und Schienen Verschleiß zeigten. Auf SWR-Nachfrage schrieb das baden-württembergische Verkehrsministerium, dass die Spurkränze der Räder abgenutzt seien. Sicherheitsmängel habe es jedoch nicht gegeben. Die Züge seien aus dem Verkehr gezogen worden, um weitere Schäden an Gleisen und Fahrzeugen zu verhindern.
Hohe Abnutzung an Rädern und Schienen Keine Züge auf der Ammertalbahn: Sind Kurven bei Tübingen Grund für den Verschleiß?
Auf der Strecke zwischen Tübingen und Herrenberg fahren seit Mittwoch keine Züge mehr - wegen Sicherheitsgründen und bis mindestens zum Ende der Sommerferien.
Der Tübinger Bahnexperte Gerhard Schnaitmann vermutete, dass der übermäßige Verschleiß möglicherweise durch eine scharfe Kurve vor dem Tübinger Hauptbahnhof entstanden ist. Züge der Ammertalbahn seien diese Kurve wegen mehrerer Baustellen auf der Strecke besonders häufig gefahren. Das habe die Radreifen der Fahrzeuge besonders und einseitig belastet.
Gleise und Räder der Ammertalbahn repariert
Inzwischen wurde eine Fräsmaschine eingesetzt, um die Abnutzerscheinungen in den betroffenen Gleisbögen zu beseitigen, so der Zweckverband. Zu Lärmschutzzwecken wurden auch weitere Bereiche der Ammertalbahn bearbeitet und Schienen geschmiert.
Außerdem habe die DB Regio die Radsätze an den Fahrzeugen überarbeitet, so der Zweckverband. Die Triebwagen wurden dafür nach SWR-Informationen in eine Werkstatt nach Plochingen (Kreis Esslingen) gebracht.
Voraussichtlich in der Woche ab dem 22. September werden wieder so viele Züge zur Verfügung stehen, dass ein Halbstundentakt auf der Schiene zwischen Tübingen und Entringen angeboten werden kann, teilte der Zweckverband mit. Wann wieder das volle Programm gefahren wird, ist bislang unklar.