Das Mainzer Pharmaunternehmen BioNTech will alle Aktien von CureVac übernehmen, und zwar mit einem Tauschgeschäft. Die Ankündigung kam für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Tübingen offenbar so überraschend, dass es zuvor nicht einmal Gerüchte gegeben hatte - das erfuhr der SWR aus gut informierten Kreisen. Bei Recherchen vor Ort reagierten Beschäftigte gegenüber SWR-Reporterinnen zurückhaltend, sie dürften keine Auskünfte geben.
Über Dritte wurde dem SWR berichtet, dass die Belegschaft die Nachrichten erleichtert aufgenommen habe. Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fänden es wohl gut, dass BioNTech CureVac übernehmen will.
CureVac-Chef erwartet kaum Änderungen in Tübingen
CureVac-Chef Alexander Zehnder erwartet, dass sich für den Standort Tübingen bis 2027 wenig ändern wird. Rund 700 Beschäftigte arbeiten derzeit für CureVac, die meisten davon in Tübingen. Im SWR-Interview hat CureVac-Chef Alexander Zehnder gesagt, er glaube, dass die Beschäftigten bis 2027 relativ sicher seien.
Es gab ein klares Bekenntnis zu Tübingen als Standort, der zumindest kurzfristig so weitergeführt wird. Aber er hat auch Potenzial, dass er längerfristig eine sehr wichtige Rolle spielen wird.
Aber zu entscheiden hat CureVac da wohl nichts. Was tatsächlich passiere, das hänge von BioNTechs Plänen ab, sagte Zehnder. Er kann sich vorstellen, dass ein Teil der Produktion in Tübingen bleibt, vielleicht sogar ausgebaut wird. Aber auch da sagte er: das hänge von BioNTech ab.
Tübingens Bürgermeister überrascht
Er sei von der konkreten Nachricht überrascht worden, sagte Bürgermeister Cord Soehlke dem SWR. Obwohl ihm klar gewesen sei, dass es bei CureVac auf absehbare Zeit "Entwicklungen" geben würde. Soehlke vertraut auf den Erhalt der Arbeitsplätze in Tübingen - für die Stadt sei die Übernahme gut.