In Ammerbuch-Entringen (Kreis Tübingen) hatten sich Anwohner bei der Polizei gemeldet, weil zwei Birnbäume plötzlich sehr dürr aussahen. Trotz des Alters der Bäume von etwa 60 Jahren, sei dieses schnelle Absterben laut eines Gutachters ungewöhnlich.
Gift war möglicherweise Glyphosat
Als der von der Gemeinde hinzugezogene Gutachter die Bäume untersuchte, waren sie bereits stark geschädigt und hatten nur noch wenige Blätter. Bei der Untersuchung entdeckte der Experte Bohrlöcher am Stamm eines der Birnbäume. Er vermutet deshalb, dass jemand den Unkrautvernichter Glyphosat in die Bäume gespritzt haben könnte. Eine wohl gängige Vorgehensweise, um Bäume gezielt zu vergiften, so Polizist Lutz Jaksche vom Polizeipräsidium Reutlingen.
Rettung nicht mehr möglich
Die Schäden seien so groß, dass die Bäume nicht mehr gerettet werden könnten, sagte ein Sprecher der Gemeinde. Obwohl beide Bäume noch sicher und fest stehen, sollen sie im Winter gefällt werden. Der Schaden liegt bei rund 7.000 Euro.
Vergiftete Bäume kein Einzelfall
Der Vorfall ist kein Einzelfall: Ähnliche Ereignisse gab es auch in weiteren Städten und Gemeinden in ganz Deutschland. Zuletzt in Dannstadt-Schauernheim (Rhein-Pfalz-Kreis) oder im rheinland-pfälzischen Dittelsheim-Heßloch (Alzey-Worms-Kreis). Immer wieder kommt es dazu, dass Unbekannte Bäume anbohren, um ihnen zu schaden. Diese Methode hat der NABU schon öfter festgestellt.
Gemeindemitarbeiter ratlos
Ein Mitarbeiter der Gemeinde Ammerbuch sagte im Gespräch mit dem SWR, dass man keine Ahnung habe, wieso und weshalb jemand so etwas mache. Die Aktion sei nicht nachvollziehbar. Die Gemeinde hat deshalb Anzeige gegen Unbekannt erstattet und sucht Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Die Hoffnung, dass die Täter gefunden werden, ist allerdings nicht allzu groß.