Landwirte beunruhigt über nasses Sommerwetter

Zu viel Regen macht Getreideernte in der Region Neckar-Alb derzeit unmöglich

Der Dauerregen zurzeit macht den Landwirten in der Region Neckar-Alb Sorge. Die Getreideernte wird sehr wahrscheinlich darunter leiden. Viele Bauern befürchten Qualitätseinbußen.

Teilen

Stand

Die Getreideernte in der Region Neckar-Alb muss wegen des vielen Regens derzeit pausieren. Bis Mitte Juli lief die Ernte bestens. Dann endete das trocken-heiße Dauerhoch, und es begann ein Wetterabschnitt mit überdurchschnittlichen Regenmengen. Um die aktuelle Lage seiner Landwirtinnen und Landwirte zu beschreiben, benutzt der Vorsitzender des Kreisbauernverbands Tübingen, Jörg Kautt, einen nicht zitierfähigen Ausdruck.

Getreide teilweise wegen Regen schon von Pilz befallen

Gebhard Aierstock vom Kreisbauernverband Reutlingen sagt: "Für die Natur ist der Regen gut. Aber für die Getreideernte kommt er zum falschen Zeitpunkt und dauert zu lange". Das Wetter sei ideal für die Bildung von Pilzen im Getreide. Pilze mögen es nass und feucht. Man sehe jetzt schon immer mehr dunkle Stellen, so Aierstock. Das Getreide schimmert gräulich-schwarz.

Wintergerste ist schon vollständig eingefahren, Sommergerste erst teilweise. Weizen steht noch, so die Situation bei der Ernte. Schon jetzt kann man sagen, dass zwei Drittel der Landwirte Qualitätseinbußen fürchten, so die Chefs der Kreisbauernverbände Tübingen und Reutlingen. Schlauer sei man erst Mitte August. Dann sei klar, ob Gerste, Weizen und Roggen vom Pilz befallen sind oder schon gekeimt haben.

An manchen Stellen färbt sich das Getreide nach dem vielen Regen schon dunkel. Zeichen von Pilzbefall und Fäule.
An manchen Stellen färbt sich das Getreide nach dem vielen Regen schon dunkel. Zeichen von Pilzbefall und Fäule.

Wegen Regen: Einbußen bei Qualität und Einkommen befürchtet

Sollte das Getreide durch die Feuchtigkeit weniger Qualität haben, dann bekommen die Landwirte weniger Geld. Anstelle von 190 Euro nur noch 160 Euro pro Tonne. Ein herber Rückgang. Man könne so viel planen, wie man möchte, so Jörg Kautt vom Kreisbauernverband Tübingen. "Jetzt muss ich hilflos zuschauen was von oben runterkommt und muss es so hinnehmen." Trotzdem so Kautt: "Am Ende vom Jahr sollte a bissele Geld auf dem Konto sein."

Die Landwirte hoffen, dass sie nach dem vielen Regen die Getreideernet bald fortsetzen können. Auch bei diesem nassen Getreidefeld bei Gomaringen.
Die Landwirte hoffen, dass sie nach dem vielen Regen die Getreideernte bald fortsetzen können.

Hoffen auf besseres Getreideernte-Wetter im August

Im Moment können die Landwirte die Ernte noch nicht fortsetzen. Das Getreide ist nass und die Mähdrescher würden auf dem feuchten Boden viel kaputt machen. Mitte der ersten Augustwoche soll das Wetter aber deutlich sommerlicher und trocken werden. Auf diesen Moment fiebern die Landwirte hin. Von einer frühzeitigen Bilanz hält Jörg Kautt nicht viel.

Er zieht Parallelen zu einem Fußballspiel: Ein Spiel ist zu Ende, wenn es abgepfiffen wird. "Erst wenn der Mähdrescher fertig ist und ich die Qualität kenne, kann ich bilanzieren. In der 70. Minute zu sagen, wie ein Fußballspiel war, ist fahrlässig. Genauso wie jetzt schon das Ernteergebnis vorher zu sagen."

Mit ein wenig Wetterglück reicht es den Landwirten für eine gute Getreideernte. Aber die Zeit drängt und viel Regen darf nicht mehr fallen.
Mit ein wenig Wetterglück reicht es den Landwirten für eine gute Getreideernte. Aber die Zeit drängt und viel Regen darf nicht mehr fallen.
Obersulm

Bleiben zum Ferienstart die Plätze leer? Camping im Dauerregen: Heizen gegen frieren im Wohnwagen

Regen und grauer Himmel - doch sind die Campingplätze wirklich leer? Oder trotzen die Camper dem schlechten Wetter? Tun sie: Zwar sinken Spontanbesuche, Stornierungen gibt es kaum.

SWR4 BW am Samstagmorgen SWR4 Baden-Württemberg

Speyer

Wohin mit Kindern bei Regenwetter? Verregneter Sommer: Viel los in Museen und Spaßbädern in der Pfalz

In der Pfalz ist das Ferienwetter derzeit eher wenig sommerlich. Das kann für Familien zur Herausforderung werden. Vor allem Museen und Spaßbäder haben Zulauf.

SWR4 RP am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Harry Röhrle
Harry Röhrle ist Reporter für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.
Magdalena Knöller
Magdalena Knöller ist Reporterin für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!