Zwischen viel Gelächter und ganz stillen Momenten feiert "Und es war Sommer - Dieter Thomas Kuhn & Band" Weltpremiere im Tübinger Sommernachtskino. Die Dokumentation erzählt von einer Band, die seit mehr als drei Jahrzehnten gemeinsam unterwegs ist. Sie erzählt auch von einer Freundschaft, die seit Jahrzehnten besteht.
Vor Filmbeginn wirkt der gebürtige Tübinger Dieter Thomas Kuhn etwas nervös. Obwohl er seit Jahrzehnten vor Tausenden Menschen auftritt, ist dieser Abend anders. Zum ersten Mal sieht er die Geschichte seiner Band gemeinsam mit Fans auf der großen Leinwand. Vor der Premiere sagt er, er könne selbst kaum einschätzen, wie der Film ankommen werde.
Der Film zeigt etwas, das wir selbst gar nicht bemerkt haben. Und genau das macht ihn so schön.
35 Jahre Dieter Thomas Kuhn & Band
Die Dokumentation beginnt mit einem Konzert in Konstanz. Es folgen Archivaufnahmen aus den Anfangsjahren. Dazu kommen Backstage-Momente, Szenen aus Tourbus und Garderobe sowie Gespräche, die man von Dieter Thomas Kuhn & Band bislang kaum kannte. Aus dem ironischen Schlagerprojekt der 90er wird nach und nach die Geschichte einer Freundschaft, die Jahrzehnte überdauert hat.
Regisseurin Juliane Sauter begleitete die Band über Monate. Sie wollte bewusst keinen Film nur für Schlagerfans drehen. Hinter Glitzerjacken, Brusthaartoupet und Sonnenblumen habe sie etwas entdeckt, das sie viel mehr interessiert habe: Die jahrzehntelange Freundschaft zwischen Thomas Kuhn und Philipp Feldtkeller.
Es ist kein Film über ältere Menschen, die seit 30 Jahren dieselbe Musik machen. Es ist ein Film darüber, wie man älter wird und trotzdem jung bleibt.
Ein Abend voller Emotionen
Die Reaktionen des Publikums sind fast so wechselhaft wie der Inhalt des Films. Bei den selbstironischen Sprüchen über das Älterwerden wird laut gelacht. Fans klatschen sogar im Open-Air-Kino zu den Konzertbildern mit. Dann wird es plötzlich still. Ohne Vorwarnung erzählt der Film von Momenten, in denen das Leben den Takt vorgibt. Nicht mehr die Musik. Der Film thematisiert ganz konkret die Krebserkrankung von Gitarrist Philipp Feldtkeller. Sie wirft die Frage auf, wie es für Dieter Thomas Kuhn & Band weitergeht.
Auch nach dem Abspann begleitet diese Stimmung viele noch. Claudia Maier aus Rottenburg erzählt, sie habe mehrmals Tränen in den Augen gehabt. Der Film sei für sie lustig, traurig und vor allem sehr nahbar gewesen.
Dieter-Thomas-Kuhn-Doku bewegt das Publikum
Es geht um Konzerte mit Kultstatus. Vor allem geht es aber darum, was passiert, wenn Menschen fast ihr ganzes Erwachsenenleben miteinander verbringen. Deshalb bleiben nach der Premiere nicht nur die vielen Lacher, sondern auch die nachdenklichen Momente in Erinnerung.
Wer Dieter Thomas Kuhn nach der Filmpremiere live erleben möchte, muss nicht lange warten. Bereits kommende Woche spielen Dieter Thomas Kuhn und die SWR Big Band in Tübingen. Ab dem 17. September läuft "Und es war Sommer" bundesweit in den Kinos. Spätestens dann können alle Interessierten erfahren, vor welch großen Herausforderungen der Tübinger steht.