Mit dicken Wollsocken wirbelt Ingrun Schmidt gemeinsam mit ihrem Mann Simon über den Fliesenboden im offenen Wohnzimmer. "Wenn wir hier ankommen, dann ist es immer sehr kalt. Dann tanzen wir ein bisschen Discofox“, sagt sie und lacht vergnügt. Kein Wunder: Platz ist genug in dem alten Bauernhaus mit Scheune. 240 Quadratmeter haben sie hier, in ihrem neuen Zuhause in Horb-Isenburg (Kreis Freudenstadt). Über die Familie und ihr Traumhaus hat zuerst die Stuttgarter Zeitung berichtet.
Unter der Woche leben die beiden noch in Stuttgart. "Aber am Wochenende genießen wir das Leben hier“, erzählt Simon Schmidt. Denn in ihrer alten Scheune auf dem Land haben sie all das verwirklicht, wovon sie lange geträumt haben. Ganz viel Lebensraum für Entspannung, Arbeit und Hobbys.
Federballspielen über offene Fachwerkbalken
Das Wohnzimmer ist vier Meter hoch, mit alten Fachwerkbalken und raumhohen Fenstern. Hier spielen die beiden manchmal sogar Federball: Ein Luxus, den sie ab und zu auch mit ihren drei fast erwachsenen Söhnen teilen, wenn diese am Wochenende vorbeischauen.
Wo früher eine Holzleiter stand, befindet sich jetzt eine offene Holzwendeltreppe. Über die steigen Ingrun und Simon nach oben in den ersten Stock. Der erste und der zweite Stock sind wie eine Galerie offen gestaltet, nur das kleine Bad hat eine Tür. Ihr Bett steht gemütlich unter der Dachschräge. Im dritten Stock befindet sich ein Gästezimmer und ein Büro mit Blick hinunter ins Erdgeschoss.
"Wir wollten unbedingt die offene Struktur der Scheune erhalten“, erklärt Simon Schmidt und lehnt sich an eine alte Holzleiter, die heute als Geländer dient. Ob es nicht stört, wenn oben jemand schläft und unten in der Küche Geschirr klappert? Nein, sagte er. "Wir stimmen uns gut ab und haben ohnehin einen ähnlichen Rhythmus."
Vier Jahre harte Arbeit für die Renovierung der Scheune bei Horb am Neckar
Vier Jahre Arbeit stecken in der Verwandlung der 200 Jahre alten Scheune. 2022 entdeckten sie die Immobilie online. Damals lag noch Heu auf dem Boden, alte Geräte standen in der Ecke. Ingrun war skeptisch, doch Simon, Architekt von Beruf, sah sofort das Potenzial.
Es begann eine anstrengende, aber schöne Zeit. Die Söhne luden ihre Freunde ein, um gemeinsam alles zu entrümpeln. Als Architekt und Heilpraktikerin arbeiteten sie selbständig und flexibel, doch die Aufgaben blieben eine Herausforderung. "Boden verlegen, Türen einbauen, Wände streichen – alles, was möglich war, haben wir selbst gemacht" sagt Simon Schmidt. Dennoch holten sie sich professionelle Hilfe. "Irgendwann will man ja auch fertig werden."
Holzwürmer fühlen sich wohl in der sanierten Bauernhaus Scheune
Auch die Küche ist inzwischen fertig. Der letzte große Meilenstein. Ingrun schneidet Käse auf ein dickes Brett aus altem Dielenholz. "Das ist Restholz von der Renovierung", erzählt sie. Ganze Stapel davon lagern noch im Schuppen. Daraus entstehen jetzt Schrankverkleidungen, Blenden oder Geschenke. "Wenn wir nicht wissen, was wir schenken sollen, schleifen wir ein Brett, legen Käse drauf und verschenken es."
Nur die Holzwürmer haben sich noch nicht ganz verabschiedet. Simon zeigt auf Löcher in den Balken: "Eigentlich sollte denen das alte Holz gar nicht schmecken. Aber je trockener es hier wird, desto ungemütlicher wird’s für sie." Sorgen macht er sich deshalb aber keine.
Für die Schmidts dagegen wird es jeden Tag schöner. Sie setzen sich an den Esstisch, das Kaminfeuer knistert, nach draußen haben sie einen Blick in den Wald.
Wer sie so sieht, weiß: Die Mühe, die alte Scheune zu renovieren, hat sich gelohnt. Auch wenn es nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld gekostet hat. Wie viel genau, verraten sie nicht. Simon Schmidt sagt nur: "Wenn wir verkaufen müssten - was wir nicht wollen - dann müsste uns jemand mindestens eine Million Euro bieten."