Bei der Gartenschau in Freudenstadt und Baiersbronn packen viele Leute mit an - zum Beispiel eine ehrenamtliche Helferin, eine Tanzlehrerin und ein Gärtner. Ohne ihre helfenden Hände wäre das Tal X in dieser Form kaum möglich. Denn was so schön aussieht, bedeutet auch jede Menge Arbeit. 32.000 Pflanzen, viele Kunstobjekte und bunte Gärten an jeder Ecke müssen gepflegt werden. Aber in der Arbeit steckt auch viel Liebe, wie "die Leute vom Tal X" den beiden SWR-Autoren für die Landesschau-Serie gezeigt haben.
Über tausend ehrenamtliche Helfer bei der Gartenschau
Ohne ihre 1.100 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer gäbe es die Gartenschau so nicht. Eine der Helferinnen heißt Edelgard Lechner. Sie liebt es, im heimischen Garten zu werkeln, mit Pflanzen zu arbeiten - und im Team mit anderen Menschen.
Mit anderen Freiwilligen hat sie zum Beispiel bunte Schmetterlinge in Freudenstadt aufgehängt. So haben sie die Stadt mit kleinen Kunstwerken aus Kindergärten dekoriert. Die Schmetterlinge zeigen als Wegweiser den Weg ins Tal X. Lechner leitet auch immer wieder Gästeführungen oder empfängt Besucherinnen und Besucher.
Tanz im Tal X, den alle mittanzen können
Tanzlehrerin Marcia Hermann hatte einen Auftrag von der Gartenschau-Leitung bekommen. Sie sollte eine Choreografie entwickeln, zu der alle im Tal X tanzen können, wenn eine bestimmte Musik läuft. Mit ihrem Vater zusammen hat sie sich in der gemeinsamen Tanzschule an die Arbeit gemacht. Sie hat festgestellt: Es ist gar nicht so leicht, eine Schrittfolge zu erfinden, die man spontan mittanzen kann.
Mit der Schrittfolge "Seite, Kreuz, Kick. Vor, schließen, vor" gelingt es ihr, eine Testgruppe zum Tanzen zu bringen. Natürlich darf dabei auch ein "X" mit den Armen nicht fehlen. Immerhin ist das der Name des Tals, solange die Gartenschau dort stattfindet. Die geht noch bis zum 12. Oktober. Eigentlich heißt das Tal zwischen Freudenstadt und Baiersbronn Forbachtal. Doch Tanzlehrerin Hermann baut den neuen Namen für den Sommer 2025 in ihre Choreografie ein.
Biedermeier: Historisches Haus und Garten in Freudenstadt
Zu den Sehenswürdigkeiten im Tal X gehören nicht nur Pflanzen, Blüten und Kunstwerke, sondern auch historische Gebäude wie das alte Platzmeisterhaus aus der Zeit des Biedermeier. Siegfried Schmidt hat es zusammen mit anderen Denkmalfreunden vor vielen Jahren gekauft. Der Platzmeister? Das war der Chef des königlichen Hüttenwerks, wo früher Eisen hergestellt wurde.
Zum verfallenden Gebäude gehörte ein Biedermeier-Garten, der nur noch in Umrissen erkennbar war. Mit der Gartenschau kam die Herausforderung, den Gästen gleich zwei Schmuckstücke zu präsentieren. Einerseits das Haus und andererseits den blühenden Garten. Wochenlang haben Schmidt und seine Denkmalfreunde beides vorbereitet. Unterstützung hatten sie auch von einer Biedermeier-Expertin.
Blumen und Blüten in allen möglichen Formen und Farben
"Wenn ihr eure Grenzen erfahren wollt", hat Niko Züfle Kollegen geraten, "dann macht bei einer Gartenschau mit." Er ist der Gärtnermeister von Baiersbronn und hat so schon viel zu tun. Jetzt verbringt er zusätzlich viele Stunden im Tal X - täglich. Aber das hat auch mit ihm selbst zu tun: Wenn Besucherinnen und Besucher schauen und staunen, dann kann er gar nicht anders, als ihnen etwas zu erklären.
Auch all das Mähen, Pflanzen und Stutzen auf der Gartenschau machen seinem Team und ihm zwar viel Arbeit, aber auch noch mehr Freude. Jede Pflanze haben Züfle und sein Team bewusst gesetzt. Neben den Blütenfarben sollten auch die Blütenformen harmonieren. Außerdem sollten die Besucherinnen und Besucher überall wissen, welche Blumen sie gerade bestaunen. Dafür haben die Gärtnerinnen und Gärtner kleine Plaketten aufgestellt. Auf denen stehen die Namen der Pflanzen.
Gartenschau-Abenteuer mit Silber, Kupfer und Eisenerz
Im Friedrichstal bei Baiersbronn wurden einst Bodenschätze abgebaut - Kupfer, Silber und Eisenerz in Gruben und Stollen. Auch das erfährt man auf der Gartenschau im Tal X. Bis heute wird dort Metall verarbeitet. Der Vater von Iris Schillinger hat bei den Schwäbischen Hüttenwerken gearbeitet. Sie selbst gibt Gästen Führungen - und dabei einen Einblick in das alte Handwerk.
Schillingers Ziel ist es, den Leuten zu zeigen, wie schön ihr Friedrichstal ist. In den Berg geht sie mit den Besucherinnen und Besuchern nicht. Dafür wäre der Weg zu beschwerlich. Teilweise sind die Durchgänge zu eng oder es fließt ein Bächlein. Für sie sind die Führungen eine Reise in die Vergangenheit und die Geschichten ein Abenteuer.