Der Gießtrupp des Obst- und Gartenbauvereins Mössingen startet am Vereinsheim im Norden der Stadt. Der Vorsitzende Hans G. Wener hat drei Mitstreiter um sich versammeln können. Die Gießarbeit machen sie ehrenamtlich. Die beiden Arbeitsgeräte warten schon: ein nagelneuer roter Traktor und eine Oldtimer-Ape - beide bestückt mit Wasserbehältern. Die werden vom Gießtrupp erst einmal befüllt.
Wetterreporter Harry Röhrle war für die SWR Landesschau am 13. August 2025 dabei:
800 Liter Wasser im Sommer für die Bäume
Das Ziel ist der sogenannte Lehrgarten. Der beginnt direkt am Mössinger Vereinsheim. Dort gibt es neben einem alten Bestand von Apfel-, Birn- und Nussbäumen auch Jungbäume. Die haben die Mitglieder vor nicht allzu langer Zeit gesetzt. Die haben ein erhöhtes Feuchtigkeitsbedürfnis - sie haben quasi immer Durst. Hans G. Wener und Martin Wörnle steuern die Fahrzeuge zielgenau an die gerade mal zwei Meter hohen Bäume.
Bevor Gießwasser fließt, bearbeiten die ehrenamtlichen Helfer die Wiese rund um den Stamm. Die sogenannte Baumscheibe, das Stück Wiese, das von den Ausmaßen der Baumkrone entspricht, wird frei gehackt. Damit das Wasser nicht von Grashalmen oder -wurzeln abgefangen wird.
Der Mössinger Gießtrupp wässert die Obstbäume großzügig
Ein dicker Schlauch hängt an dem 600 Liter-Fass. Der wird in Position gebracht und dann gibt Joachim Funk den Befehl "Wasser marsch". Ein kleiner Wasserstrahl fließt dann gemütlich in Richtung Stamm des Jungbaumes - eine "Goldparmäne". Etwa 40 Liter, also vier große Gießkannen voll, sind die Ration, die ein solcher Baum alle zwei Wochen bekommt.
Wenn ein Baum schon im August Blätter abwirft, hat man was falsch gemacht.
Die ersten Früchte hängen schon an den Obstbäumen
Im Juli und Anfang August hat es diesen Sommer überdurchschnittlich viel geregnet, aber davor gab es wochenlang keinen einzigen Tropfen. Das heißt, in der Summe hat es immer noch viel zu wenig geregnet, dass es den Bäumen gut geht, sagen die Männer vom Gießtrupp. Deshalb sind sie auch gleich nach einer Regenperiode wieder unterwegs.
Der Zustand der Bäume gibt den Ehrenamtlichen des Obst- und Gartenbauvereins Mössingen recht. Die Blätter der Bäume zeigen keine Anzeichen von Trockenstress, sind noch grün und rollen sich nicht ein. Sogar schon an den Jungbäumen hängen pralle, rote Äpfel. Daraus wird dann in ein paar Wochen Saft, Most und Hochprozentiges. Darauf freuen sich die Männer vom Gießtrupp besonders.