Schaurige Gestalten, riesengroße Spinnen und einige Knochen am Straßenrand: Im Reutlinger Stadtteil Degerschlacht ist Halloween kein gewöhnlicher Tag. Mehrere Häuser verwandeln sich in Gruselkabinette. Viele Familien mit Kindern sind auf den Straßen unterwegs und wollen Süßes – sonst gibt es Saures. Ausgerechnet in der Straße neben dem Friedhof spukt es in Degerschlacht am letzten Oktobertag besonders.
Die Freunde des Grusels in Degerschlacht
Eines der besonders aufwendig geschmückten Häuser ist das von Familie Hirschburger. Schon seit einer Woche sind sie dabei, ihr Haus in ein Gruselkabinett zu verwandeln. Eine riesige, graue Spinne mit roten Augen sitzt auf der Gartenhecke. Aufgeblasene Kürbisgeister schmücken den Balkon.
In den vergangenen Jahren hatten das Gruselhaus und die ganze Straße viele Schaulustige angezogen. Darunter waren Familien mit Kindern, aber auch einige erwachsene Gruselfans. Und die kommen nicht nur aus dem Ort, sondern auch von weither. "Es waren nicht nur lokale Autokennzeichen, sondern auch aus dem Umkreis", erzählt Betty Hirschburger, selbst ein wenig ungläubig.
Halloween-Grusel-Kabinett im Hof
Sie und ihre Familie schmücken ihr Haus jetzt schon seit etwa zwölf Jahren an Halloween. Gemeinsam mit Bekannten hat sie dabei sogar ein Gruselkabinett aus mehreren Pavillons in ihrem Hof aufgebaut. Dafür stehen einige sogar an: Im vergangenen Jahr hatte sich zeitweise eine regelrechte Schlange vor dem Haus gebildet.
Mit ihrem Hobby hat die Familie inzwischen fast die gesamte Straße angesteckt. "Es fängt schon Mitte des Jahres an, dass wir uns überlegen: Was können wir denn Neues machen", erzählt Nachbar Sascha Becht.
Das wächst von Jahr zu Jahr, es wird immer mehr. Das Ganze aufzubauen ist auch viel Arbeit und das ist aber auch das Schöne daran.
Schaurige Ideen für Halloween gehen nicht aus
Für Kinder hat Betty Hirschburger mehr als 250 kleine Tüten mit Süßigkeiten gepackt. Requisiten, Dekorationen, Verkleidungen - alles bezahlt aus eigener Tasche. Denn die Liebe zu Halloween ist einfach so groß und die Ideen gehen nicht aus. Das ganze Material für die dekorative Verwandlung lagert die Familie das Jahr über im Keller in Boxen. Im Herbst dürfen die haarigen Spinnen, Spinnennetze, Geister und Mumien dann für knapp eine Woche an die frische Luft.
Dieses Jahr hat das Wetter allerdings bei den Vorbereitungen nicht so gut mitgespielt. Es war regnerisch und windig. Für die elektrischen Dekorationen am Haus ist das besonders schwierig gewesen, so Hirschburger. Ob bei den Lichtern und Soundeffekten alles passt und wie viele Gruselfans die Degerschlächter Horrorhäuser diesmal anziehen, zeigt sich dann erst, wenn es dunkel wird.