Mit dem Bähnle unterm Sternenhimmel

Zeitreise in Trossingen: Mondscheinfahrt mit historischer Eisenbahn

Romantisch mit einem alten Zug durch die Landschaft in den Abend tuckern: Das geht in Trossingen. Damit die alte E-Lok nicht einrostet, ist sie einmal im Monat im Einsatz.

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Von Autor/in Mia Zundel

Während der sogenannten Mondscheinfahrten zieht es Besucherinnen und Besucher aus Trossingen und Umgebung ausnahmsweise mal nicht ins Harmonikamuseum, sondern an den Bahnhof in Trossingen. Denn hier fährt einmal im Monat eine E-Lok aus dem frühen 20. Jahrhundert und alle, die wollen, dürfen mitfahren.

"Alles einsteigen bitte!" Ein lauter Pfiff, dann schließen die Türen der zwei Waggons und das Bähnle setzt sich in Bewegung. Dicht gedrängt hinter und neben dem Lokführer sitzen, stehen und knien Kinder. Sie alle können dem Lokführer über die Schulter und direkt durch das große Fenster auf die Gleise gucken.

Kinder knien auf der Sitzbank direkt hinter dem Zugführer. Sie lächeln in die Kamera. Die Trossinger Museumsbahn macht sich auf den Weg: Mondscheinfahrt angesagt!
So einen guten Ausblick hat man selten: Passagiere groß und klein können dem Lokführer über die Schulter und direkt auf die Gleise gucken.

Besondere Zeitreise für Alt und Jung

Die zwei Waggons, die die tüchtige E-Lok über die Gleise zieht, bieten Platz für etwa 90 Passagiere. Neben Paulina, einer Schaufensterpuppe ganz im Stile der 50er-Jahre, fahren Großeltern mit ihren Enkelkindern, zwei ehemalige Lokführer und ganz normale Fahrgäste, die sonst den Ringzug nehmen würden, mit. Viermal fährt das historische Bähnle von Trossingen Stadt nach Trossingen Staatsbahnhof und wieder zurück. Zwei der Fahrten ersetzen den normalen Ringzug, deswegen sind auch Leute dabei, die gar nichts von der Museumsfahrt wissen.

Einer der Passagiere ist pensionierter Lokführer aus der Schweiz. In Trossingen hat er an einem Akkordeon-Workshop teilgenommen. Bei der Museumsfahrt kann er seine beiden Hobbys vereinen: Alle acht Fahrten über spielt er auf seinem Akkordeon für die Mitreisenden. Eine ältere Frau schwelgt in Erinnerung: "Die Musik und das alte Bähnle - da kommen Gefühle von früher auf".

Ein Mann im Zug spielt Akkordeon. Er ist extra aus der Schweiz gekommen um bei der Trossinger Mondscheinfahrt dabei zu sein.
Hansueli kann bei der Mondscheinfahrt gleich zwei seiner Hobbys vereinen: Zugfahren und Akkordeonspielen.

Historische Züge gehen kaputt, wenn sie nur rumstehen

Die Lok gehört zum Trossinger Eisenbahnmuseum. Das betreibt der Verein der Eisenbahnfreunde mit Unterstützung der Trossinger Stadtwerke. Stefan Ade organisiert die Mondscheinfahrten. Die Idee ist entstanden, als klar wurde, dass die alten Züge kaputt gehen, wenn sie nur rumstehen, sagte Ade dem SWR. Deswegen werden die Waggons einmal im Monat, meist am letzten Freitag, aus dem Museum geholt und bewegt. Ades Erfahrung zeigt: "Zugfahren verbindet. Das hat es schon immer. Egal ob im normalen Zug oder in unserer Museumsbahn".

Zugfahren verbindet. Das hat es schon immer.

Während, vor und nach den Museumsfahrten ist das Eisenbahnmuseum geöffnet. Es gibt Waffeln und Getränke. Das Anfassen und Ausprobieren großer Maschinen, wie der Schienensäge oder der Gepäckwaage ist ausdrücklich erwünscht. Das ganze Programm ist kostenlos, der Verein freut sich über Spenden.

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Autor/in
Mia Zundel
Mia Zundel ist Reporterin für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.