Ein heftiges Unwetter mit Starkregen hat den Kreis Reutlingen am Mittwochmorgen getroffen - darunter auch Eningen unter Achalm. Dort stieg der kleine Bach Arbach innerhalb von zehn Minuten von 16 Zentimetern auf 1,41 Meter und fiel kurz darauf wieder auf 20 Zentimeter. Nach Einschätzung von Bürgermeister Eric Sindek (parteilos) und der Gemeindeverwaltung hat der Hochwasserschutz dazu beigetragen, größere Schäden zu verhindern.
Glimpflicher Verlauf dank Starkregenmanagement?
"Es gab ein paar vollgelaufene Keller, weil das Kanalnetz stellenweise überlastet war", berichtet Thomas Gabler, stellvertretender Ortsbaumeister und Sachgebietsleiter Tiefbau. Ansonsten scheint der Hochwasserschutz in Eningen funktioniert zu haben.
Eningen hat seine Lehren gezogen: Vor zehn Jahren hat ein Unwetter Zerstörung angerichtet und unter anderem das Freibad verwüstet. Damit das nicht wieder passiert, hat die Stadt seitdem investiert - trotz klammer Kassen.
"Letzten Endes sind es auch die Menschenleben, die im Vordergrund stehen", so Bürgermeister Sindek.
Inzwischen können Bürger dank eines Starkregengefahren-Tools seit zwei Jahren mögliche Überflutungszonen über eine interaktive 2D-Karte auf der Gemeinde-Website einsehen. Sie basiert auf Daten von Unwettern aus den Jahren 2013 und 2016. Das ist hilfeich etwa bei Bauvorhaben.
Partnerschaft mit Reutlingen beim Hochwasserschutz
Im Ernstfall arbeiten der Bauhof, der Ortsbaumeister und die Feuerwehr eng zusammen. Thomas Gabler vom Bauamt ist unter anderem für die Entwässerungsprüfung zuständig. "Wir sind mehr im präventiven Bereich tätig", sagt er. In diesem Zusammenhang pflegt Eningen unter Achalm eine Hochwasserpartnerschaft mit Reutlingen, Lichtenstein und Pfullingen.
Wenn ein Gewitter angekündigt wird, seien Mitarbeitende des Bauhofs schon vorher unterwegs und kontrollieren die Abläufe auf Verstopfungen. Zusammen mit der Feuerwehr würden sie dann mehrere neuralgische Punkte anfahren, an denen der Arbach immer wieder überläuft, so Gabler. Sie halten die Stellen sauber, damit das Wasser ablaufen kann.
Becken und Brücken: Millionen für Prävention am Bachlauf
Positiv ausgewirkt haben sich laut Bürgermeister Sindek auch die umfangreichen Investitionen in den Hochwasserschutz in den vergangenen zehn Jahren: Rund fünf Millionen Euro hat die Gemeinde Eningen in Planungen, Untersuchungen und mehrere Bauwerke gesteckt.
Es ist gut, dass wir auch weiterhin investieren.
Zu den größten Projekten zählen Rückhaltebecken am Waldfreibad und am Sulzwiesenbach, optimierte Rechen sowie ein Überlaufbauwerk im Arbachtal für 3,5 Millionen Euro. Dort kann nun die doppelte Wassermenge abfließen. Außerdem wurde der Leinsbach offengelegt und mit zwei neuen Brücken mit größerem Durchfluss versehen.
Nächstes Projekt: Weiteres Hochwasserrückhaltebecken
Die nächste große Maßnahme wird ein weiteres Hochwasserrückhaltebecken, diesmal im Obtal unterhalb des Waldfreibads. Dort soll der Regen zurückgehalten werden, das den Hang runterkommt, bevor das Gewässer in den Rennenbach mündet. Die Gemeinde ist kurz vor Einreichung des Wassergesuchs bei der Naturschutzbehörde: Die Umsetzung ist für 2027 und 2028 vorgesehen.