Es gibt nur sechs Stück seiner Art in Baden-Württemberg. Das mächtige Löschfahrzeug mit den großen Stollenreifen. Seit wenigen Wochen steht der Unimog bei der Feuerwehr Reutlingen. Auch die Wehren von Bühlertal, Freiburg, Schönwald, Gärtringen und Pfalzgrafenweiler sind mit einem dieser Spezialfahrzeuge ausgestattet worden. Genau zum richtigen Zeitpunkt. Durch Hitze und Trockenheit entzünden sich regelmäßig Wald- und Flächenbrände. Die Feuerwehren sagen "Vegetationsbrände" dazu.
Das Löschfahrzeug kann durchs Feuer fahren
Ausgestattet ist das Fahrzeug mit einem 3.000 Liter Wasser-Tank. Der versorgt die zahlreichen Strahlrohre mit Wasser. Zwei davon sind oben auf dem Dach des Führerhauses angebracht. Von dort oben können die Feuerwehrleute den Brand aus sicherer Entfernung bekämpfen. In der Mitte ist ein sogenannter "Dachwerfer". Mit dem können weiter entfernte Feuernester gelöscht werden. Überall am Löschfahrzeug sind Düsen angebracht. Die besprenkeln den Unimog mit Wasser, um notfalls kurze Zeit durchs Feuer fahren zu können.
Löschfahrzeug kommt überall hin
Brände draußen in der Natur können prinzipiell mit herkömmlichen Feuerwehrfahrzeugen bekämpft werden, so der Kommandant der Feuerwehr Reutlingen, Stefan Hermann. Das Wegenetz sei so gut ausgebaut, dass die Löschfahrzeuge zum Feuer vordringen könnten. Der neue Unimog komme aber überall hin. Sei es im überwucherten Wald oder in steilem Terrain auf der Schwäbischen Alb oder im Schwarzwald.
Löschfahrzeug aus Reutlingen kann europaweit angefordert werden
Das Fahrzeug ist Teil des europäischen Waldbrand-Moduls. Wenn Mitgliedsstaaten der EU bei einer großen Brandkatastrophe Hilfe benötigen, können sie das neue Löschfahrzeug inklusive Besatzung anfordern. Das gilt für alle sechs der in Baden-Württemberg stationierten "Tanklöschfahrzeuge-Wald". Auftraggeber für die Fahrzeuge ist das Innenministerium Baden-Württemberg. Sie sind Bestandteil einer speziellen Einheit zur Bekämpfung von Vegetationsbränden im Rahmen des Bevölkerungsschutzes. Die Koordination übernimmt das Regierungspräsidium Tübingen.
Einsatz des Löschfahrzeugs bald im Verbund mit Drohnen
Die Kreise Reutlingen und Zollernalb testen den Einsatz von Drohnen bei Vegetationsbränden. Wenn Einsatzkräfte alarmiert werden, fehlt oft die wichtigste Information: Wo genau brennt es? Innerhalb von 30 Sekunden starten Drohnen und liefern hochauflösende Live-Bilder vom Brand. Die Feuerwehr weiß schnell, wo und wie sie eingreifen muss. Brände können so schnell und effektiv gelöscht werden. Das Forschungsprojekt LUITA hat die Universität Stuttgart zusammen mit dem Fraunhofer-Institut entwickelt.