Mit 25 Kilometer pro Stunde auf Langstreckentour

Mit dem Mofa auf dem Schneckenweg von der Alb nach Wien

Die Mofa-Enthusiasten von "Rad der Zeit" aus Münsingen (Kreis Reutlingen) sind wieder auf eine ihrer Langstreckentouren gestartet. Ziel diesmal: Wien erreichen mit 25 km/h.

Teilen

Stand

Von Autor/in Ingemar Koerner

"Auf den Spuren der Albschnecken im Schneckentempo nach Wien" heißt die Tour der Mofa-Freunde von "Rad der Zeit" aus Münsingen. In zehn Etappen wollen sie den alten Pfaden folgen, die die Schneckenhändler von der Schwäbischen Alb nach Wien gegangen sind.

Mofa: Die Nostalgie fährt mit

Fünfzehn Mofa-Fahrerinnen und -Fahrer schwingen sich auf schon fast historische Fahrzeuge, um bei jedem Wetter die rund 550 Kilometer nach Wien zurücklegen zu können. Doch die alten Mofas qualmen und stinken nicht mehr wie früher. Denn für die Tour werden sie mit einem speziellen Alkylatkraftstoff betankt. Dies ist besser für die Umwelt und die Nasen. Das nostalgische Fahrgefühl bleibt jedoch das gleiche.

Die Reisegruppe fährt auf den Mofas im Schneckentempo auf einer Straße durch den Wald. Am ersten Tag war das Wetter noch durchwachsen.
Im Schneckentempo auf den Mofas lässt sich die Strecke von der Alb bis Wien am besten genießen, sind sich die Reisenden einig. Ingemar Koerner

Albschnecken für den königlich-kaiserlichen Hof

Die Route nach Wien hat einen historischen Hintergrund. Einst war die Schneckenzucht auf der kargen Schwäbischen Alb ein gutes Zubrot für die Bauern. Schneckenhändler vertrieben die Ware über lange Strecken und sogar in der königlich-kaiserlichen Hauptstadt Österreichs galten die Schnecken von der Alb als Delikatesse.

25 km/h ist für jeden Motorradfahrer definitiv Schneckentempo.

Doch gerade die Langsamkeit mache den Reiz des Mofafahrens aus. Sie gibt Gelegenheit, die durchfahrene Landschaft viel mehr zu genießen, so Katja Spinnler, eine der Mofa-Fahrerinnen und Mitorganisatorin der Tour. Und auch die Mofa-Gruppe selbst ist immer und überall ein Hingucker und für viele am Straßenrand ein Gruß aus der eigenen Jugend. Das wechselhafte Wetter zum Start mit Sonne und Regen ficht die Mofa-Fans nicht an. Regenfeste Kleidung und viele dünne Lagen übereinander, als Zwiebel-Look, sind Voraussetzung, die Tour von der Alb nach Wien durchzustehen.

Immer wieder legt die Gruppe eine Pause ein. Dann stehen die Mofas fein säuberlich aufgereiht nebeneinander. Auf ihrer Fahrt im Schneckentempo von der Alb nach Wien dreht sich alles um das Thema "Schnecken".
Bei der Tour von der Alb nach Wien dreht sich alles um Schnecken. Zum Schneckentempo der Mofas kommen Stopps bei Museen, Ausstellungen und Denkmälern, bei denen sich alles um die glitschigen Tierchen dreht. Ingemar Koerner

Auf der Spuren der Schnecken und des Kinos

Für die meisten der Truppe ist es nicht die erste Langtour. Im letzten Jahr ging es einmal rund um ganz Baden-Württemberg. Vor zwei Jahren fuhren die Mofa-Fans auf den Spuren des Erfolgsfilms "25 km/h" gar bis an die Ostsee an den Timmendorfer Strand, satte 1.250 Kilometer. Jetzt also die Tour auf den Spuren den Schneckenhändler nach Wien. Mögen alle heil in Wien an- und wieder zurückkommen und immer genug Sprit im Tank haben.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Ingemar Koerner
Ingemar Koerner ist Reporter für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.
Onlinefassung
Roland Altenburger
Roland Altenburger

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!