Die Stadt Metzingen und ein Planungsbüro haben ihre neuen Ideen für Mobilität, Klima- und Lärmschutz in der Stadt vorgestellt. Etwa 80 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen und haben im Anschluss Fragen gestellt. Dem neuen Konzept liegt ein Beteiligungsprozess zugrunde.
Konflikte zwischen Bewohnern, Arbeitenden und Besuchenden in Metzingen
Im Kern des neuen Mobilitätskonzeptes stehen 13 "Leuchtturmprojekte", die der Stadt besonders wichtig sind. Dazu gehört zum Beispiel, dass der Verkehr in der Innenstadt entlastet und beruhigt wird. Die Ortsumfahrungen sollen ausgebaut, das Tempo an einigen Orten reduziert und mehr Einbahnstraßen eingeführt werden. Gerade in der Innenstadt komme es zu sehr vielen Konflikten im Verkehr zwischen Bewohnern, Arbeitenden und Besuchenden der Outletcity Metzingen, so Frank Gericke vom Karlsruher Planungsbüro.
Aber auch die Radler bekommen dem Plan nach ausgebaute Radwege und eine Fahrradstraße. Zwei Buslinien will die Stadt außerdem ausbauen und damit ein größeres Gebiet an den öffentlichen Nahverkehr anschließen. Und mehr barrierefreie Wege soll es geben.
Mobilitätsbefragung unter Metzingerinnen und Metzingern
Um die Mobilität in der Stadt den Wünschen der Menschen anzupassen, sind diese umfangreich einbezogen worden. Darin wurden sie zu ihrem Verhalten mit dem Auto, dem Rad oder zu Fuß befragt, durften aber auch ihre Wünsche äußern. Bis zu 400 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich an der nicht repräsentativen Befragung. Dabei habe sich ein Trend abgezeichnet, so Gericke: Wie in ganz Deutschland kaufen sich auch die Metzingerinnen und Metzinger immer mehr Autos, aber auch mehr Fahrräder.
Stadt Metzingen will es allen Recht machen
Auf SWR-Nachfrage, ob die Stadt Fußgänger, Rad- oder Autofahrer im neuen Konzept bevorzugen möchte, betonte Oberbürgermeisterin Carmen Haberstroh (Freie Wählervereinigung): Sie möchte die Interessen aller Gruppen abwägen. "Wir müssen die Lebenswirklichkeit der Menschen in den Mittelpunkt stellen." Der Parkdruck in der Stadt sei enorm. Parkflächen streichen ist also schwierig. Trotzdem wolle die Stadt Anreize schaffen, das eigene Mobilitätsverhalten zu ändern. Bürgermeister Markus Haas (Grüne) ergänzte, der Radverkehr müsse sicherer werden, aber das Auto solle deshalb nicht ausgeschlossen werden.
Die neuen Ideen sollen nun von den Bürgerinnen und Bürgern selbst in einem Online-Portal priorisiert werden. Dann wird sich der Gemeinderat nochmal damit befassen. In den nächsten 15 Jahren möchte die Stadt ihre Vorhaben umsetzen. Wie viele das in etwa kosten wird, könne man in Metzingen momentan noch nicht abschätzen, so Bürgermeister Haas.