Der ordnungsliebende Boris Palmer hat selber einen Fauxpas begangen: Er ist mit seinem S-Pedelec unterwegs gewesen, obwohl das Fahrzeug ein abgelaufenes Kennzeichen hat - nämlich ein altes grünes statt dem neuen schwarzen. Dafür hat Palmer nun eine Anzeige kassiert.
Palmer: Bin "nachhaltig" unterwegs gewesen
Nach einer Wahlkampfveranstaltung in Ostrach (Kreis Sigmaringen) am Sonntag, 1. März, kam die Polizei auf den Tübinger Oberbürgermeister zu. Denn Palmers S-Pedelec, mit dem er, wie er auf seinem Facebook-Account schreibt, "nachhaltig unterwegs" war, hatte ein abgelaufenes Kennzeichen. Nur mit den neuen schwarzen Kennzeichen, die seit dem 1. März gelten, haben Mopeds, E-Scooter und S-Pedelecs einen Versicherungsschutz.
Falsches Kennzeichen: Palmer darf dennoch nach Hause fahren
Die Polizisten wollten erst, dass Palmer sein Fahrrad in Ostrach stehen lässt. Schließlich durfte er aber doch damit weiterfahren. Er konnte nämlich nachweisen, dass er einen Tag später einen Termin für den geplanten Kennzeichenwechsel habe. Palmer selber spricht von "Beichte". Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass es ein Problem sein könnte, diesen Termin auf den Montag nach dem 1. März zu legen. Obwohl es da einen "sehr klaren Stichtag" gibt, so Palmer auf Facebook.
Gemischte Reaktionen auf Social Media
In Sozialen Medien hat Palmers Beitrag für viele Kommentare gesorgt. Die Reaktionen auf den Vorfall in Ostrach fallen gemischt aus. Ein Facebook-Nutzer schreibt: "Finde ich gut, dass man da kein Auge zudrückt. Warum sollte man gegenüber einem OB anders reagieren als jedem anderen Bürger?". Andere haben mehr Verständnis für den Tübinger Oberbürgermeister. In einem weiteren Kommentar wird die Anzeige wegen des falschen Kennzeichens als "täglichen Bürokratieirrsinn" bezeichnet.
Palmer nimmt es mit Humor. Sein Fazit: "Regeln gelten für alle. Auch für mich."