Ermittler aus Rottweil und Rumänien haben ein Netzwerk von insgesamt zehn Autohehlern offen gelegt. Im Fokus steht laut Polizei eine überwiegend rumänischstämmige Gruppe. Der Haupttäter soll aus dem Raum Tuttlingen kommen. Die Bande soll über Monate hinweg knapp 40 unterschlagene und gestohlene Fahrzeuge quer durch Europa verschoben haben.
Nach bisherigen Erkenntnissen geht es um Autos, Lastwagen und Transporter aus Frankreich, Italien, Spanien, Ungarn und weiteren Ländern. Die Fahrzeuge sollen nach dem Diebstahl oder Betrug in Deutschland bei verschiedenen Zulassungsstellen vorgeführt worden sein. Dort wurden neue Hauptuntersuchungen veranlasst und Ausfuhrkennzeichen beantragt - laut Polizei teils unter Einsatz von Strohmännern und gefälschten Dokumenten.
Viele Autos in Rumänien erneut zugelassen, um Herkunft zu verschleiern
Um die Ware unauffällig weiterverkaufen zu können, gründeten die Verdächtigen nach Angaben der Ermittler teilweise Scheinfirmen. Über diese Konstruktionen wurden die Fahrzeuge anschließend ins Ausland veräußert. Ein Großteil der Wagen soll schließlich in Rumänien erneut zugelassen worden sein - ein typischer Schritt, um die Herkunft zu verschleiern und die Autos scheinbar zu legalisieren.
Durch umfangreiche Ermittlungen gelang es der Kriminalpolizei Rottweil, die Strukturen und Abläufe der Gruppe immer weiter zu durchleuchten. Dabei identifizierten sie zusätzliche mutmaßliche Beteiligte. Insgesamt konnten der Gruppierung 37 Fälle der Hehlerei von Kraftfahrzeugen zugeordnet werden. Der Gesamtwert der Fahrzeuge liegt nach Polizeiangaben bei rund 1,3 Millionen Euro.
Deutsche Polizei arbeitet mit rumänischen Ermittlern zusammen
Als sich die Hinweise verdichteten, starteten die Ermittler eine länderübergreifende Aktion: Parallel zum deutschen Verfahren führte auch die Kriminalpolizei der Provinz Dâmbovița in Rumänien Ermittlungen gegen teilweise dieselben Mitglieder der Bande. Dabei entdeckten die Ermittler sieben hochwertige Fahrzeuge und viel Bargeld. Sie nahmen acht Personen in Rumänien fest, eine weitere in Deutschland. Ein zehnter Beschuldigter stellte sich den Angaben der Polizei zufolge zudem in Rottweil selbst und wurde ebenfalls festgenommen.